Der SWB-Vorstand Timo Poppe orientiert sich beruflich neu.

Der SWB-Vorstand Timo Poppe orientiert sich beruflich neu.

Bild: © EWE

Timo Poppe, Vorstand Infrastruktur und Finanzen bei SWB, wird sich nach acht Jahren im Vorstand des Unternehmens mit Sitz in Bremen beruflich neu orientieren. Zum 31. Dezember 2020 wird er die SWB, eine 100-prozentige Tochter der EWE, verlassen. Wie die ZfK von Poppe erfuhr, wird er ab dem 1. Januar 2021 als operativer Partner der Frankfurter Investmentboutique Palladio Partners tätig sein.

Gemeinsam mit Palladio will er ein Unternehmen gründen, das zusammen mit deutschen institutionellen Investoren Infrastruktur-Investments im Stadtwerke-Umfeld umsetzen soll. Nachdem er die Hälfte seines Lebens im EWE-Konzern verbracht habe, sei es Zeit für eine Veränderung, wird der 40-Jährige in einer Pressemitteilung zitiert.

Stadtwerke unter Investitionsdruck

„Die Stadtwerke werden in den kommenden Jahren enorme Summen in die Infrastruktur investieren müssen, etwa in den Glasfaserausbau, aber auch in den ÖPNV. In meiner neuen Position will ich dabei helfen, den Stadtwerken Investoren an die Seite zu stellen, die zu ihnen und der kommunalen Welt passen – Investoren, die nicht an einer schnellen Rendite, sondern an einer langfristigen Partnerschaft interessiert sind“, sagte Poppe auf ZfK-Nachfrage über seine neue Tätigkeit.

Stadtwerke seien längst nicht mehr die Cashcows der Kommunen. Ihr Kapitalbedarf sei riesig, die Finanzierung werde immer schwieriger. Zugleich seien auch die kommunalen Haushalte infolge der Corona-Krise massiv unter Druck. Sich selbst verstehe er als Brückenbauer, der die Sprache der Stadtwerke wie auch die der Investoren spreche und deren Bedürfnisse kenne“, erläuterte Poppe weiter.

Für Großprojekte verantwortlich

Poppe ist seit 2012 Vorstandsmitglied bei SWB. Zuvor hatte er verschiedene Leitungsfunktionen bei der EWE AG inne, unter anderem als Generalbevollmächtigter für Infrastruktur und Leiter der Konzernentwicklung. In seiner Zeit als Vorstand verantwortete Poppe beispielsweise die Marktraumumstellung und den Bau einer Monoklärschlammverwertungsanlage.  

Nach Poppes Weggang soll der SWB-Vorstand künftig nur noch aus zwei Personen bestehen: Olaf Hermes (49), Vorstand Vertrieb und Personal, mit dem soeben ein Folgevertrag über fünf Jahre abgeschlossen wurde, und der Vorstandsvorsitzende Torsten Köhne (56) werden die Verantwortungsbereiche aus dem Ressort von Poppe untereinander aufteilen. Köhne übernimmt zusätzlich die Verantwortung für die Tochterunternehmen Wesernetz Bremen, Wesernetz Bremerhaven und die SWB Beleuchtung. Hermes verantwortet künftig zusätzlich die Holdingbereiche Finanzen und Controlling, Materialwirtschaft und die Wasseraktivitäten von SWB. Aufgrund „wachsender Effizienzanforderungen“ habe man sich für eine Zweier- statt Dreierkonstellation entschieden, heißt es dazu in der Mitteilung. (amo)

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