Die Suche nach einem künfigen neuen Vorstandsvorsitzenden bei den Stadtwerken Düsselsdorf zieht sich länger hin als erwartet. Die Eigentümer haben sich bisher nicht auf einen Kandidaten einigen können. Um ihnen die nötige Zeit bei der Entscheidungsfindung zu verschaffen, hat der langjährige SWD-Chef Udo Brockmeier eingewilligt, seinen im Sommer 2020 auslaufenden Vertrag, um ein Jahr zu verlängern. Das berichtet die Zeitung "Rheinische Post" in ihrer Wochenendausgabe. Aufhorchen lässt dabei, dass auch die Verträge der beiden anderen Vorstände, Manfred Abrahams und Hans-Günther Meier, "lediglich" um ein Jahr verlängert wurden.
Geschäftsmodell steht im Fokus
Dies hat der Aufsichtsrat der SWD in einer Sondersitzung entschieden. Die Regionalzeitung deutet das als Zeichen dafür, dass das Unternehmen dem künftigen Vorstandsvorsitzenden weitgehende Freiheiten lassen und die Zusammensetzung des Führungsgremiums von wichtigen strategischen Fragestellungen abhängig machen will. Im Fokus steht dabei das Geschäftsmodell des mehrheitlich zum EnBW-Konzern gehörenden Energieversorgers.
Seit 2010 an der SWD-Spitze
Der 62-jährige Brockmeier steht seit Juli 2010 an der Spitze der Stadtwerke Düsseldorf. Der gebürtige Wittener war vom Mehrheitseigner EnBW an den Rhein gewechselt. Im Sommer 2018 hatte Brockmeier überraschend erklärt, keine weitere Vertragsverlängerung um fünf Jahre mehr anzustreben. Für ihn sei es eine Frage der Verantwortung, den richtigen Zeitpunkt zur Übergabe der Führungsaufgaben zu wählen, hieß es damals. Eine Verjüngung des Topmanagements sei essenziell für die Bewältigung der Herausforderungen durch die Digitalisierung. Die weiteren Gesellschafter der Stadtwerke Düsseldorf sind die Stadt mit 25 Prozent und die GEW Köln mit 20 Prozent. (hoe)



