"Schwierige und momentan unüberbrückbare Differenzen zwischen dem Geschäftsführer und der Gesellschaft" – mit dieser Begründung hat die Stadt Fürstenfeldbruck westlich von München am Dienstag Stadtwerke-Geschäftsführer Enno Steffens (44) freigestellt. Dies geht aus einer Pressemitteilung von OB Erich Raff (CSU) hervor.
Die "vorübergehende und widerrufliche" Freistellung bei Fortzahlung der Bezüge ist demnach die Konsequenz aus einem Aufsichtsratsbeschluss vom Montag. Gekündigt ist Steffens nicht. Das Tischtuch muss ziemlich zerschnitten sein, denn den Beschluss hätten sowohl die Eigentümer- als auch die Arbeitnehmerbank getragen, so Rathauschef Raff zur ZfK. Laut "SZ" lobten ihn die einen Mitarbeiter wegen der Einführung flacher Hierarchien im August 2016, die andere warfen ihm Selbstherrlichkeit vor. Über das weitere Vorgehen entscheide das Kontrollgremium "zeitnah", kündigte Raff an. Steffens wollte gegenüber der ZfK am Mittwoch nicht Stellung nehmen.
Highlights von Steffens' Arbeit
Umgekehrt gesagt, gab es keine fachlichen oder sonstigen Gründe für die Freistellung des Bauingenieurs. Auch die Zahlen der Stadtwerke Fürstenfeldbruck von 2017 stimmten. Der gebürtige Bremer Steffens war im Juli 2014 vom Regionalwerk Tettnang aus nach Fürstenfeldbruck gekommen. Zu den Höhepunkten seiner Brucker Zeit zählten bislang
- die Produktivsetzung mehrerer Windräder, die sich als noch höhere Ertragsbringer herausstellen als geplant,
- die Kommunalisierung des Stromverteilnetzes,
- der Bau der neuen Stadtwerkezentrale, deren Rohbau schon steht und in den die Belegschaft 2019 einziehen soll
- und die geplante Beteiligung am Erdgasverteilnetz. (geo)



