Claudia Budich und Tobias Wolfrum sollen die Stadtwerke Jena leiten. Das haben die Aufsichtsräte des kommunalen Unternehmens sowie deren Tochter Stadtwerke Energie Jena-Pößneck beschlossen. Sie sind damit dem Vorschlag des Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Thomas Nitzsche, gefolgt.
Beide sollen diese zunächst auf zwei Jahre befristete Geschäftsführer-Tätigkeit am 1. Februar 2021 antreten. Die nötige Bestätigung durch den Stadtrat ist für den Januar geplant.
Erfahrung als Bereichsleiterin
Claudia Budich ist seit zehn Jahren als Bereichsleiterin Betriebswirtschaft in der Stadtwerke Jena Gruppe im Einsatz. Sie ist unter anderem Prokuristin der Stadtwerke Jena Netze sowie der Jenaer Nahverkehr und war vor ihren Aufgaben bei den Stadtwerken Jena zwölf Jahre bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers angestellt.
Tobias Wolfrum ist seit 2016 als Geschäftsführer für die Jenawohnen tätig. Zuvor verantwortete er im Unternehmen den Bereich Technisches Management und war Prokurist. Von 2003 bis 2014 war er beim städtischen Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena unter anderem technischer Werkleiter. Seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Jenawohnen wird Tobias Wolfrum auch weiterhin ausführen.
Doppelfunktion für Budich
Claudia Budich ist darüber hinaus für den gleichen Zeitraum als Geschäftsführerin der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck bestellt worden und wird diese Funktion nach dem Ausscheiden der bisherigen Geschäftsführer bis zur Bestellung eines weiteren vom Gesellschafter Thüga vorzuschlagenden Geschäftsführers, zunächst allein ausüben.
Budich und Wolfrum folgen auf Thomas Dirkes und Thomas Zaremba, deren Verträge nicht verlängert wurden, obwohl sie weithin als erfolgreiche Stadtwerke-Manager galten und die Unterstützung des Betriebsrats hatten. Begründet wurde dieser Schritt mit einer nötigen "Neuausrichtung der Unternehmensgruppe in ihrer Führungsstruktur". Zu dieser Neuausrichtung gebe es unterschiedliche Auffassungen, teilte der Kommunalkonzern mit.
Stadtwerke vor großen Investitionen
„30 Jahre nach der Wiedervereinigung tritt die gesamte Stadtwerke-Familie jetzt in eine sehr herausfordernde Phase großer Investitionen ein“, wird Thomas Nitzsche in der Mitteilung zitiert. Konkret gehe es um den Netzausbau, den Ausbau erneuerbarer Energien, den Wohnungsneubau, aber auch die Beschaffung neuer Straßenbahnen und den Bau der neuen Schwimmhalle in Lobeda. „Diese Entwicklung der Stadtwerke korreliert und soll eng verschränkt werden mit dem Wachstumskurs, an dem auch die Stadt Jena, mit Blick über die akute Bewältigung der Corona-Pandemie hinaus, ausdrücklich festhalten wird“, führt der Oberbürgermeister weiter aus.
Bürgermeister Christian Gerlitz betont, dass die beiden neuen Stadtwerke-Chefs eine Strategie verfolgen würden, die die Gruppe und ihre Einzelgesellschaften auf wirtschaftliche Stabilität ebenso verpflichte wie auf die Ziele des Gemeinwohls und der öffentlichen Daseinsvorsorge.
Das neue Team stehe für einen geordneten Übergang an der Spitze unserer Stadtwerke, so Nitzsche weiter. Mit dem Pilotprojekt des Smarten Quartiers in Lobeda hätten beide bereits unter Beweis gestellt, wie sich mit innovativen gesellschaftsübergreifenden Ansätzen für die Stadtwerke neue Geschäftsfelder erschließen und entwickeln lassen. (amo)



