Eine bisherige Eon-Managerin soll die Sparte Erneuerbare Energien von RWE leiten. Anja-Isabel Dotzenrath werde Vorstandschefin (CEO) der Erneuerbaren-Gesellschaft von RWE, teilte der Essener Konzern am Donnerstag mit. Sie führt derzeit Eon Climate & Renewables. Der Chef der Erneuerbaren-Sparte von Innogy, Hans Bünting, wird demnach dem künftigen Spartenvorstand nicht angehören.
Ein noch namenloses Fusionsprodukt
Wie die künftige grüne Tochter oder Division von RWE heißen wird, sei noch nicht entschieden, ergänzte der Konzern auf ZfK-Anfrage. Es gebe auch keinen Arbeitstitel. Die Einheit wird sich jedenfalls zusammensetzen aus dem Erneuerbaren-Bereich der RWE-Tochter Innogy und aus dem grünen Geschäft von Eon. Eon Climate & Renewables kommt im Rahmen eines Asset-Tauschs vom März 2018 zu RWE. Eon erhält im Gegenzug die Netze und den Stromvertrieb von Innogy. Innogy soll zerschlagen werden.
Der Deal bedarf noch des grünen Lichts durch die EU-Kommission. RWE und Eon erwarten die Zustimmung bis zum Sommer. Die Transaktion soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. In Europa wäre die Stromerzeugung von RWE dadurch zu 60 Prozent dekarbonisiert, teilen die Essener mit. Und der Konzern wäre die Nummer drei bei Erneuerbaren in Europa. Weltweit summieren sich die Produktionsportfolien demnach auf 8600 MW.
Die Strategie
Strategisch ist entschieden, dass ein global agierender, integrierter grüner Teilkonzern entsteht. Er setzt auf die Technologien Wind on- und offshore, Photovoltaik und Speicher, wächst in Amerika und Europa und dringt nach Asien sowie in den pazifischen Raum vor. Für dessen Wachstum nimmt RWE jährlich 1,5 Mrd. Euro in die Hand. Die Aktienkurse von RWE und Eon traten bis zum frühen Donnerstag Nachmittag praktisch auf der Stelle.
"Integriert" heißt: Die künftige Erneuerbaren-Division soll regenerative Erzeugungsanlagen und Speicherprojekte
- selbst entwickeln,
- konstruieren,
- bauen,
- betreiben und
- vermarkten.
Die sechs designierten Vorstände
Die designierte Chefin Anja-Isabel Dotzenrath ist eine Elektrotechnikerin und Betriebswirtin von der RWTH Aachen und verfügt über mehr als 20 Jahre Industrie- und Beratungserfahrung in den Branchen Energie und Chemie. Sie bekommt fünf Kollegen zur Seite, zwei Frauen und drei Männer. Zwei der Vorstände verantworten wie sie Querschnittsfunktionen, drei COO das operative Geschäft, das sie sich nach Technologien und Kontinenten aufteilen. Vier der Vorstände kommen aus dem Eon-, zwei aus dem RWE-Konzern.
Die weiteren Besetzungen im Einzelnen:
- Finanzvorstand (CFO) wird Holger Himmel. Er ist dies derzeit im Innogy-Bereich Erneuerbare.
- Vertriebsvorstand (Chief Commercial Officer, CCO) wird Tom Glover, der diese Funktion momentan bei der Kraftwerkssparte RWE Generation und der Handelstochter RWE Supply & Trading ausübt.
- Das Offshore-Geschäft wird Sven Utermöhlen als einer der drei COO verantworten. Er ist noch bei der erworbenen Eon-Erneuerbaren-Tochter ein COO für die EU und neue Märkte.
- Wind onshore und Photovoltaik werden als Technologien in der Vorstandsverantwortung gebündelt und geografisch nach Kontinenten aufgeteilt. Europa und Asien/Pazifik bekommt Katja Wünschel, Amerika Silvia Ortín Rios. Beide kommen von Eon Climate & Renewables. Frau Wünschel leitet dort bereits den Bereich Wind Onshore Europa, Frau Ortín Rios ist dort schon COO für Nordamerika. (dpa/geo)



