Der Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Henning Matthes (l.) und der künftige Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh Dietmar Spohn haben den Auftritt vor der Belegschaft bereits absolviert.

Der Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Henning Matthes (l.) und der künftige Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh Dietmar Spohn haben den Auftritt vor der Belegschaft bereits absolviert.

Bild: © Stadt Gütersloh

Von Ariane Mohl und Artjom Maksimenko

Dietmar Spohn wird Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh (SWG). Die Gesellschafter haben den 66-jährigen Energiemanager zum Nachfolger von Ralf Libuda bestellt, der das Unternehmen zum 30. November verlässt. Spohn soll die Geschäfte laut einer Mitteilung der Stadt Gütersloh direkt im Anschluss ab 1. Dezember und zunächst für ein Jahr führen.

 

Zwischen 2005 und 2023 gehörte Dietmar Spohn der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum Holding an, in den letzten acht Jahren als ihr Sprecher. Insgesamt ist Spohn knapp 40 Jahre in der Energiewirtschaft tätig, hatte leitende Funktionen bei den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalen (VEW) und nach der Fusion später auch beim Energieversorgungskonzern RWE inne. Außerdem war er Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke-Kooperation Trianel.

Viele Vorschusslorbeeren

"Das ist nicht nur eine schnelle, sondern in erster Linie eine sehr gute Lösung für das Unternehmen. Ich freue mich, dass wir einen der bundesweit profiliertesten Energiemanager für die Stadtwerke Gütersloh gewonnen haben", lässt sich der Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Henning Matthes in der Mitteilung zitieren.

Spohn weist darauf hin, dass die Branche aktuell den wohl größten Veränderungsprozess aller Zeiten durchlebe. "Da ist es eine wichtige Aufgabe, einem traditionellen Versorgungsunternehmen dabei zu helfen, sich für die Zukunft gut aufzustellen", sagt Spohn.



Libuda auf der Suche nach neuen Herausforderungen

Der Vertrag des scheidenden Stadtwerke-Chefs Ralf Libuda würde eigentlich noch bis 2026 laufen. Anfang November wurde jedoch mitgeteilt, dass er sich "neuen beruflichen Herausforderungen" stellen wolle. Außer diesem Wunsch Libudas nennen die Stadtwerke Gütersloh keine weiteren Gründe für den vorzeitigen Abschied des Geschäftsführers.

Das kommunale Unternehmen war zuletzt in die Negativschlagzeilen geraten. Die Unternehmensführung der Stadtwerke wurde für den verlustreichen Abschluss eines Stromliefervertrags mit Bertelsmann kritisiert. Der Schaden soll Medienberichten zufolge in Millionenhöhe gehen.

Prüfungen laufen

Für die Analyse der möglichen Verstöße hatte der Aufsichtsrat juristische und betriebswirtschaftliche Prüfungen in Auftrag gegeben. Ob ein Zusammenhang zwischen der jüngsten Untersuchung und Libudas Demission besteht, ist unklar.

Auch die Gesellschafterverhältnisse bei den Stadtwerken Gütersloh waren in den vergangenen Monaten oft ein Thema in den Medien. In der Lokalpolitik war über einen Rückkauf der Anteile von den Stadtwerken Bielefeld diskutiert worden, auch weil man sich offenbar ein stärkeres finanzielles Engagement des bisherigen Partners gewünscht hatte. Die Stadtwerke Bielefeld halten an dem Gütersloher Kommunalversorger eine Beteiligung von 49,9 Prozent.

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