Das neue Einwanderungsgesetz vereinfacht den Prozess, ausländische Fachkräfte ins Unternehmen zu holen.

Das neue Einwanderungsgesetz vereinfacht den Prozess, ausländische Fachkräfte ins Unternehmen zu holen.

Bild: © Robert Kneschke/AdobeStock

Ende 2022 war die Situation auf dem Arbeitsmarkt so angespannt wie noch nie: In den westdeutschen Bundesländern gab es für 63 Prozent der offenen Stellen keine passend qualifizierten Arbeitslosen. Im Osten war die Lage mit 58 Prozent nicht wesentlich besser. Konkret bedeutet das: Etwa sechs von zehn Ausschreibungen bleiben unbesetzt. Dies belegte die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erstellte Studie „Fachkräfte für die digitale Transformation“.

Große Unterschiede je nach Region und Qualifikation

Betrachtet werden darin vier Berufsfelder, die in einer Vorgängerstudie vom IW als zentral für die digitale Transformation identifiziert wurden. Dazu gehören zum einen die klassischen IT-Berufe, aber auch andere Berufsfelder wie Maschinenbau, Fahrzeugtechnik oder Energie- und Elektrotechnik. Heruntergebrochen auf einzelne Berufsgruppen heißt das dann, dass allein bei den akademisch qualifizierten IT-Experten die Zahl der gemeldeten offenen Stellen von rund 3.500 im Jahr 2016 auf 18.200 im Jahr 2022 gestiegen ist. Das ist mehr als eine Verfünffachung.

Die Situation kann aber je nach benötigter Qualifikation und Region sehr unterschiedlich sein. Beispielsweise gab es bei bestimmten IT-Berufen in Berlin mit über 1.500 und in Köln mit fast 400 sogar einen Überhang an Arbeitssuchenden. Im Berufsfeld Mechatronik, Energie und Elektro dagegen waren praktisch bundesweit keine passenden Bewerber zu finden. Im Arbeitsagenturbezirk Schwandorf betrug die Stellenüberhangsquote gar 92,6 Prozent.

Neues Gesetz vereinfacht Rekrutierung aus dem Ausland

Das IW empfiehlt, nun den Fokus auf die Gewinnung ausländischer Fachkräfte zu setzen. Das neue Einwanderungsgesetz, das seit dem 1. November sukzessive in Kraft tritt, könnte den Prozess sehr unterstützen. Insgesamt wird es künftig deutlich mehr Wege geben, Fachkräfte nach Deutschland zu holen.

Dafür müssten jetzt nur noch die Prozesse in der Verwaltung schneller und transparenter werden, so das IW. Außerdem braucht es laut Studie eine stärkere Digitalisierung der Behördenstrukturen, eine Aufhebung des Verbots von Zeitarbeit sowie die Schaffung zentraler Unterstützungsangebote.

David Deißner, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, sagt dazu: „Es ist erfreulich, dass die Unternehmen in einigen Punkten nun günstigere Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von Fachkräften aus dem Ausland vorfinden, zumindest von Seiten des Gesetzgebers. Erst die Praxis wird zeigen, ob die Verbesserungen bei den Unternehmen ankommen. Dabei geht es nun vor allem um die Verschlankung und Digitalisierung der Verwaltungspraxis. Hier stehen viele Unternehmen vor großen Hürden.“ (ah) 

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