Die Stadtwerke München (SWM) haben per Monatsanfang die Leitung ihrer Stabsstelle Strategie und Konzernsteuerung neu besetzt und zwar erstmals mit zwei Personen in einem "Topsharing"-Modell: Clara Kronberger und Nicole Gargitter (im Bild von links). Das berichtet die gedruckte Ausgabe der ZfK, die am Mittwoch erschien.
Die promovierte Elektrotechnikerin und Physikerin Kronberger und die Betriebswirtin Gargitter folgen in ihrer geteilten Position Thomas Meerpohl nach, der gleichzeitig in die Leitung des Beteiligungsmanagements wechselte. Diese hatte er bis dahin kommissarisch inne, seit Amtsinhaber Christian Vogt die Geschäftsführung des norwegischen Windparkbetreibers Midgard Vind Holding übernommen hatte. Midgard Vind ist ein Gemeinschaftsunternehmen der SWM mit dem norwegischen Versorger Trønderenergi. Dies ergänzten die SWM auf ZfK-Anfrage. Meerpohl führt nach wie vor die Geschäfte der SWM Gasbeteiligungs GmbH, vormals Bayerngas Norge.
Jobsharing ist etwas anderes als Teilzeit
Kronberger und Gargitter arbeiten aus familiären Gründen zeitweise halbtags. "Topsharing" bei Führungskräften ist aber – wie "Jobsharing" bei Sachbearbeiter-Positionen – etwas anderes als Teilzeit. Die Autorin Caroline Günther vom ZfK-Kooperationspartner Lots* Gesellschaft für verändernde Kommunikation erläutert: Beim Jobsharing wird eine Position nicht anteilig gesplittet und von zwei unabhängig voneinander arbeitenden Menschen ausgeführt, sondern mit zwei Personen besetzt, die im Team zusammenarbeiten und die Stelle gemeinsam verantworten. Das heißt, sie teilen sich Aufgaben und Zeit selbstständig untereinander auf.
"Topsharing" war beim größten deutschen Stadtwerk bereits vorher eingeführt: Kronberger und Gargitter teilten sich zuvor drei Jahre lang die Leitung des Bereichs Telekommunikation, in dem 120 Menschen arbeiten. Sie hatten sich auf ihre jetzige Position auch gemeinsam beworben. Jetzt denken sie für rund 9000 SWM-Konzernmitarbeiter vor, die im Jahr mehr als sechs Milliarden Euro umsetzen.
In der Freizeit greifbar?
In der gedruckten ZfK gibt Autorin Caroline Günther auch darüber Auskunft,
- wie wichtig es den beiden Führungskräften ist, dass die Chemie stimmt,
- wie oft sie sich austauschen,
- wovon es abhing, in welcher Wochenarbeitszeit sie arbeiten, und ob die Freizeit dann sakrosankt ist,
- ob sie alles gemeinsam entscheiden und
- was sich idealerweise im Verhältnis zu ihren Zugeordneten ändern muss. (geo)
Hier geht's für Abonnenten zum Artikel "War Teilzeit gestern?", ZfK-E-Paper 2/2020, Seite 28



