Volker Puck ist Head of Product und Mitgründer von Enmacc, einem Betreiber von Plattformen für den bilateralen Energiehandel.

Volker Puck ist Head of Product und Mitgründer von Enmacc, einem Betreiber von Plattformen für den bilateralen Energiehandel.

Bild: © Enmacc

Handelsteilnehmer von Entender, der Ausschreibungsplattform, können von Donnerstag (24.1.) an Spread-Produkte zum Kauf oder Verkauf anbieten. Dies kündigte der Betreiber Enmacc am Mittwoch an. Bisher werden auf Entender lediglich Standardlieferprodukte und Fahrpläne für Strom und Gas gehandelt. Die Neuheit im bilateralen Energiehandel besteht nun darin, dass die Händler auf einer einzigen Plattform die Spread-Produkte selbst beliebig innerhalb der beiden Commodities konfigurieren können. Aber auch zwischen ihnen.

"Spreads" sind Differenzen zwischen zwei in der Einheit gleichen ökonomischen Größen, schreibt die Wikipedia. Im Gashandel etwa ist der Summer-Winter-Spread – also der preisliche saisonale Unterschied zwischen den Gasnotierungen in Euro pro MWh – ein wichtiger Indikator dafür, ob es sich für einen Händler mit Verkaufsabsichten lohnt, alternativ das Gas zunächst einzuspeichern und umgekehrt etwa für einen Nachfrager mit Speicherscheibe, zuzukaufen oder auszuspeichern; oder, welche Eindeckungsquote für den Winter mit welcher Risikoneigung sinnvoll ist.

Auch Cal20 Amprion gegen H-Gas Q122 NCG

Enmacc macht für die ZfK einige weitere Beispiele:

  • Andere Laufzeiten-Spreads, auch Kalenderjahre gegen Monate
  • Location Spreads, also etwa H-Gas-Lieferungen ins nördliche Marktgebiet Gaspool gegen jene ins südliche und westliche Marktgebiet NCG
  • Gasqualitäten-Spreads, also H-Gas gegen L-Gas
  • Commodities, also Strom gegen Gas, die ja beide in Euro pro MWh gehandelt werden
  • Konfigurierbar sei, wenn erwünscht, auch ein Spread zwischen 5 MW Strom fürs Kalenderjahr 2020 (Cal 20) zur Lieferung in die Regelzone Amprion gegen 20 MW H-Gas fürs erste Quartal 2022 ("Q122") ins Marktgebiet NCG

Sorgen, dass das Auftauchen von immer neuen Gesuchen und Angeboten für verschieden konfigurierte Spreads die Handelsmenge auf viele Produkte zersplittere, hat Enmacc nicht: "Dies hat keinerlei Einfluss auf die Liquidität", schreibt das Münchner Unternehmen. Die 20 Versorger auf Entender seien es gewohnt, bei den bisherigen Ausschreibungen jedes Mal individuelle Preise zu stellen. (geo)

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