Isabelle Kocher war von 2016 bis zum 6. Februar 2020 Chefin des französischen Energiekonzerns Engie (früher GDF Suez).

Isabelle Kocher war von 2016 bis zum 6. Februar 2020 Chefin des französischen Energiekonzerns Engie (früher GDF Suez).

Bild: © Eric Piermont/dpa

Der französische Energiekonzern Engie trennt sich von seiner Chefin Isabelle Kocher. "Nach einem Entscheidungsprozess, der auf einer detaillierten Beurteilung ihrer Amtszeit basierte, kam der Verwaltungsrat zu dem Schluss, dass die Weiterentwicklung der Strategie der Gruppe eine neue Führung erfordert", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens von Donnerstagabend. Das bedeute ein Ende von Kochers Zeit als Chefin bei Engie. Die 53-jährige Managerin ist derzeit die einzige weibliche Chefin eines Konzerns des Pariser Börsenindex Cac 40.

Kocher hatte den Chefposten 2016 übernommen. Ihr Vertrag läuft im Mai aus, dann wird ein neuer Chef gewählt. Bis dahin soll ein Interims-Management ihre Aufgaben übernehmen. Man habe beschlossen, dass die Gruppe einen weiteren Schritt in ihrer Transformation machen müsse, um Engie zu einer führenden Kraft in der Energie- und Klimawende zu machen, hieß es weiter. Der Engie-Konzern zählt zu Europas größten Energiekonzernen. Mit 24 Prozent der Anteile ist die Französische Republik Hauptaktionär.

Darüber, dass Kocher gehen soll, wird in französischen Medien schon länger spekuliert. Erst vor wenigen Tagen hatten sich führende Unternehmer, Politiker und Wissenschaftler für eine Verlängerung von Kochers Vertrag ausgesprochen. "Mit Isabelle Kocher ist Engie zu einem führenden Akteur im Bereich des grünen Wachstums auf internationaler Ebene geworden", schrieben sie in einem offenen Brief in der Wirtschaftszeitung "Les Echos". Die Unterzeichner prangerten eine männlich dominierte Geschäftswelt an und betonten, dass Kocher eine Vorreiterin des ökologischen Übergangs in Frankreich sei.

Engie war 2009 aus der Fusion von GDF und Suez entstanden, die neue Marke "Engie" gibt es seit 2015. Die deutsche Engie-Landesgesellschaft ist ein wichtiger Player in der Stadtwerkewelt und im heimischen Energiemarkt:

  • Sie und die Vorgängergesellschaft GDF Gaz de France ist seit 1998 mit knapp einem Drittel am Berliner Kommunalunternehmen Gasag beteiligt.
  • Seit 2001 hat sie eine strategische Partnerschaft mit den Stadtwerken Saarbrücken und ist an dem ausgegliederten Vertriebsast Energie Saarlorlux beteiligt. 2005 übernahm sie das dortige Heizkraftwerk Römerbrücke.
  • Seit 2002 hält die vormalige GDF knapp die Hälfte an der Energieversorgung Gera GmbH und der Kraftwerke Gera GmbH.
  • Seit 2008 hält sie knapp ein Drittel an der hierfür aus den Stadtwerken ausgegliederten Wuppertaler WSW Energie & Wasser.
  • 2013 gründete die damalige GDF Suez mit den WSW und der Gasag die gemeinsame Onshore-Windpark-Projektentwicklungsgesellschaft Tewaro.

(dpa/geo)

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