Thomas König ist bei Eon Chief Operating Officer – Networks.

Thomas König ist bei Eon Chief Operating Officer – Networks.

Bild: © Eon

Die Energiebranche wird sich in den nächsten Jahren viel stärker über Innovationen von der Konkurrenz differenzieren als über Produktivitätssteigerungen. Davon zeigte sich Eon-Netzvorstand Thomas König bei einer Podiumsdiskussion beim virtuellen Energiegipfel des Handelsblatts überzeugt. Das Thema des hochkarätig besetzten Panels lautete: „Energie neu gedacht: Strategische Überlegungen zur Zukunft der Energiewirtschaft.“

Erfolgreiche Innovationen lassen sich dabei nur über Partnerschaften innerhalb und außerhalb der Branche entwickeln, so König. „Wir haben in den vergangenen Jahren keine einzige große Innovation ohne Partner vorangebracht, die Bandbreite reicht hier von Start-ups bis hin großen Unternehmen wie Microsoft oder IBM."

450-Megahertz-Vergabe als Positivbeispiel

Eon habe diesen Gedanken aktiv gefördert. „Wir öffnen uns und lassen Stadtwerke partizipieren an unserem Wissen. Die Zukunft liegt in Partnerschaften auf Augenhöhe.“ Gerade der Zuschlag für die Energiewirtschaft bei der Vergabe um die 450 Megahertz-Frequenz habe gezeigt, dass es sich lohnt gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Thüga-Vizechef Cord: "Komplexität zu groß"

Ähnlich war der Tenor von Matthias Cord, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Thüga AG. „Die Komplexität des Marktes ist mittlerweile so groß, dass ein einzelnes Stadtwerk, das nicht mehr allein stemmen kann“, verdeutlichte er. Und selbst wenn es möglich wäre, würde den Stadtwerken das dazu nötige, qualifizierte Personal fehlen.

Auch aus diesem Grund sei die Thüga so interessiert daran, sich an Start-ups mit vielversprechenden Geschäftsideen zu beteiligen. „So bekommen wir Leute, die sich sonst vielleicht gar nicht bei uns entablierten Energieversorgern bewerben würden.“ Diese Mitarbeiter seien für die Thüga komplett frisches Blut und sorgten auch für einen kulturellen Wandel.

Techem-Chef: "Da bricht gerade etwas auf"

Matthias Hartmann, CEO des Energiedienstleisters Techem, beobachtet, dass die Vorbehalte in der Energiewirtschaft gegen Kooperationen mit externen Partnern „gerade aufbrechen“. Start-ups bräuchten Energieversorger, um ihr Geschäftsmodell skalieren zu können. Gleichzeitig bemerke die Energiebranche aber auch, dass sie die Entwicklung neuer digitaler Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle nicht allein realisieren könne. „Diese Herausforderung lässt sich nicht mehr im Silo bewältigen.“ Ein Ziel, wie Klimaneutralität im Gebäudebestand bis 2040 lasse sich nur in Partnerschaften bewältigen.

Dass sich gerade bei Innovationen der Weg über Kooperationen lohne, versicherte auch Matthias Dill, CEO von Energy Impact Partners Europe. „Wir sehen viele neue, spannende Geschäftsmodelle und Potenziale für neue Profitpools.“ Diese würden häufig über Start-Ups und neue Technologien erschlossen.

Start-up-Gründerin Ludewig: "Da verändert sich gerade was"

Start-up-Gründerin Ilona Ludewig attestierte der Energiebranche, sich zu bewegen beim Thema Kooperationen und Partnerschaften. „Ich freue mich, dass alle Diskutanten sich dafür aussprechen. Hier verändert sich etwas.“ Ludewigs Start-up 4hundred ist erst kürzlich vom britischen Energieanbieter Ocotpus Energy übernommen worden. (hoe)

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