Rolf Griesenbeck – hier 2017 mit seiner Frau Erika – war von 1969 bis 1990 Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Remscheid. Am 3. Januar 2020 starb er im Alter von 92 Jahren.

Rolf Griesenbeck – hier 2017 mit seiner Frau Erika – war von 1969 bis 1990 Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Remscheid. Am 3. Januar 2020 starb er im Alter von 92 Jahren.

Bild: © Doro Siewert

Rolf Griesenbeck, Geschäftsführer der Stadtwerke Remscheid bis 1990 und Träger des Bundesverdienstkreuzes, ist vergangenen Freitag im Alter von 92 Jahren verstorben. Dies teilte die Unternehmensgruppe am Dienstag der Presse in einem Nachruf mit.

1927 in Derschlag im Oberbergischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) geboren, war der Diplom-Kaufmann von 1955 bis 1961 Prüfer bei einer Wirtschaftsberatungsgesellschaft in Gummersbach, bevor er zu den Stadtwerken Remscheid kam. 1961 begann er dort als Kaufmännischer Leiter und leitete von 1964 an mit Prokura das Rechnungswesen, nachdem er an der Ausgründung des damaligen Eigenbetriebs "Stadtwerke der Stadt Remscheid" in einen Holding-Verbund aus Kapitalgesellschaften fachlich beteiligt war. 1966 stieg er in die Geschäftsführung auf und leitete die "kaufmännische Verwaltung". Von 1969 bis zu seiner Pensionierung am 31. März 1990 war er Vorsitzender der Geschäftsführung.

Christlich und geradlinig

Griesenbecks Handschrift trugen unter anderem folgende Meilensteine:

  • Zusammenführung der Holding-Gesellschaften in die Stadtwerke Remscheid GmbH
  • Stilllegung der Straßenbahn zugunsten der Linienbusse 1969
  • Umstellung von Kokerei-Ferngas auf Erdgas 1972/1973
  • Gründung der Bergischen Trinkwasser-Verbund-GmbH (BTV) und Bau der Großen Dhünntalsperre von 1972 an
  • Übernahme der Wasserversorgung Bergisch Born von Wermelskirchen
  • Eintritt in den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)

Die christlich geprägte Persönlichkeit Rolf Griesenbeck war laut Nachruf "trotz oder gerade wegen seiner Geradlinigkeit" bei den Mitarbeitern beliebt. Kurz vor seinem Ruhestand 1990 sagte er in einem Interview: "Ich habe die Stadtwerke immer so geführt, als wenn es mein eigener Laden wäre. Ich habe mich mit dem Betrieb identifiziert." Als Kaufmann hatte er ein "stets waches Auge für die Finanzen" und für alle Bereiche des kommunalen Querverbund-Betriebs, so die Stadtwerke-Gruppe

Pionier der Rekommunalisierung in Chemnitz

Darüber hinaus bekleidete Griesenbeck zahlreiche Ehrenämter, unter anderem

  • im Verkehrsausschuss der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid
  • im Aufsichtsrat der Volksbank
  • als Gründungsmitglied der Technologie-Fabrik Remscheid (TFR)
  • als Vorstand des Flußgebietsmanagers, Wasservorversorgers und Abwasserentsorgers Wupperverband in Wuppertal von 1976 bis 1989
  • als Mitglied und Kassenwart des Nabu-Stadtverbandes Remscheid sowie als Initiator und Mitglied eines Initiativkreises zur Rettung alter Lindenbaum-Bestände
  • als Mitglied und Vorsitzender des Kuratoriums "Hastener Altenhilfe" in Remscheid
  • sowie als Förderer und Ehrenmitglied der "Betriebssportgemeinschaft Stadtwerke Remscheid".

Nach seiner Pensionierung im März 1990 beriet Griesenbeck das damalige Karl-Marx-Stadt bei der Kommunalisierung des ehemaligen Volkseigenen Betriebs (VEB) in die Stadtwerke Chemnitz AG. Das heutige Chemnitz war eine der ersten ostdeutschen Kommunen, die schon in jenem Jahr die Energieversorgung in die eigenen Hände nahm. Die dortigen Stadtwerke fusionierten dann 2010 mit der Erdgas Südsachsen GmbH zur Eins Energie in Sachsen. 2003 bekam Griesenbeck das Bundesverdienstkreuz am Bande. (geo)

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