Die Handelshochschule Leipzig (HHL) hat bundesweit die erste Professur für digitale Innvation in Dienstleistungsbranchen besetzt: Nach ZfK-Informationen hat Claudia Lehmann die Stiftungsprofessur "LF Group Professorship for Digital Innovation in Service Industries". bekommen. Diese wird von dem Innovationsdienstleister LF-Gruppe gestiftet, zu dem die Energieforen Leipzig gehören.
Die promovierte Wirtschaftsingenieurin und Wirtschaftswissenschaftlerin Lehmann, 1981 im brandenburgischen Guben geboren, leitet seit 2015 das Center for Leading Innovation and Cooperation (CLIC) der HHL. Sie doziert an Hochschulen im In- und Ausland und hält international Vorträge unter anderem zum Thema „Industrie 4.0“. An der TU Dresden hatte sie schwerpunktmäßig Luftverkehrstechnik, Technologie- und Innovationsmanagement studiert, bei Lufthansa Cargo in den USA sowie als Beraterin gearbeitet.
Digital vernetzte Branchen-Wertschöpfungsketten aufbauen
Claudia Lehmann teilt der ZfK mit: „Unser Ziel ist es, Dienstleistungen zu entwickeln, die ohne die neuen Technologien noch nicht denkbar waren. Für diese neuen Dienstleistungen erarbeiten wir auch die passenden Geschäftsmodelle. Wichtig ist mir dabei besonders, wie die Mitarbeiter in den Transformationsprozess hin zur Digitalisierung eingebunden und mitgenommen werden können.“ HHL-Rektor Stephan Stubner ordnete Frau Lehmanns Lehrstrategie im Bereich der "Dienstleistungsgestaltung (Service-Engineering) in der digitalen Transformation" ein.
Die Energieforen Leipzig sind unter anderem an der "Digitalen Plattform für kommunale Services" (Dipko) zusammen mit der Ismaninger IT-Schmiede MSG Systems beteiligt. Das Leipziger Management will mit der Professur Akzente für die Versorgungswirtschaft setzen. Dahinter steckt die Ansicht, dass eine Differenzierung im stark infrastrukturgeprägten Versorgungs- und Energiemarkt nur über neue digitale Services erfolgreich sei. Co-Geschäftsführer Tobias Frevel: „In der Energiewirtschaft gibt es zahlreiche 1:1-Kooperationen, die keine wirklich skalierbaren Innovationen zur Folge haben. Mit der Zusammenarbeit setzen wir an, digital vernetzte X-Industry-Wertschöpfungsketten aufzubauen. Die Professur erforscht die Wirkmechanismen in digitalen Ökosystemen und identifiziert entsprechende Erfolgsfaktoren.“
Smart City als Geschäftsmodell
Die Ausgestaltung neuer Services in Smart Cities benennt Frevels Kollege Raphael Noack: „Im Rahmen der Professur forschen wir an Geschäftsmodellen, die es kommunalen Unternehmen ermöglichen, aus den gewonnenen Daten der Infrastrukturen und deren Nutzer neue Services aufzusetzen und weiterhin als erfolgreicher Wirtschaftsakteur in den entstehenden Smart Cities und Smart Country zu agieren.“ (geo)



