Hermann Janning ist wieder Chef eines Stadtwerks: Seit Mittwoch ist der Berater und Kommunalmanager interimistisch Alleingeschäftsführer der Stadtwerke EVB Huntetal und verbundener Gesellschaften. Dies teilte der Kommunalversorger aus Diepholz bei Bremen mit. Er berief sich dabei auf einen Beschluss der Gesellschafter Stadt Diepholz und umliegender Gemeinden sowie Samtgemeinden.
Jannings Vorgänger in Diepholz, Waldemar Opalla (59), wurde per Mittwoch nach 18 Jahren in dieser Position kurzfristig abberufen. Der Diepholzer Bürgermeister Florian Marré bedankte sich zwar als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung bei Opalla, fügte aber hinzu: „Wir wollen einen Strukturprozess beginnen und andere Wege gehen.“
Bestens vernetzter Manager
Der promovierte Jurist Janning war ein bestens vernetzter Stadtwerkechef, zunächst bei den WSW Wuppertaler Stadtwerken, dann bei den Stadtwerken Duisburg (SWDU). Er gilt als einer der Väter der Kommunalisierung des früher langfristig von RWE und Eon unter Vertrag genommenen Kraftwerksbetreibers Steag. Und er übernahm Ehrenämter im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) bis hin zum Vizepräsidenten Energie. 2012 unterschrieb er in Duisburg eine Aufhebungsvereinbarung, nachdem bekannt geworden war, dass sich der vorgegebene Beitrag der SWDU für einen Konzerngewinn der Holding DVV um mehrere Jahre verzögern und weitere Restrukturierungen erfordern würde. Der Betriebsrat hatte sich deswegen beim damals neuen OB Sören Link (SPD) beschwert.
Janning machte sich danach in Soest mit einer gleichnamigen Unternehmensberatung selbstständig, die auch Führungskräfte coacht. Als Interimsmanager soll Janning nun in Diepholz den von den Eigentümern gewollten "Strukturprozess" moderieren. (geo)



