Wechselt nach Trier: Steffen Maiwald

Wechselt nach Trier: Steffen Maiwald

Bild: © Stadtwerke Hanau

Die Aufsichtsräte, Verwaltungsräte und Gesellschafterversammlungen der Trierer Stadtwerke (SWT) haben am Mittwoch einstimmig entschieden: Steffen Maiwald (51) wird zum 1. Juli 2019 Kaufmännischer Vorstand der Stadtwerke Trier AöR sowie Kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Trier GmbH und der Stadtwerke Trier Versorgungs-GmbH. Er tritt damit neben Technikvorstand Arndt Müller, der dann mit ihm ein gleichberechtigtes Duo bilden wird.

Maiwald folgt Olaf Hornfeck nach, dessen ursprünglich bis April 2019 laufender Vertrag diesen März nicht verlängert worden war. Hornfeck verkürzte dann in Trier und trat zum 1. November als Vertriebsvorstand zu den Städtischen Werken Kassel an.

"Frischer Wind durch die agile Art Maiwalds"

In beiden Städten bekommt Maiwald Lob und Rückhalt: Hanaus OB Claus Kaminsky wünscht ihm "alles Gute". Maiwald habe "durch seine agile, unkomplizierte Art für frischen Wind bei den Stadtwerken Hanau gesorgt", vor allem, was die Außendarstellung und die Einführung von Onlinetarifen angehe. Mit ihm verbunden sei der Ausbau dezentraler Versorgungseinheiten als Beitrag zur Energiewende und zur Stabilisierung der Stadtwerke-Ertragslage. Hintergrund: Hanaus Fernwärme hängt zum Teil am Kohlekraftwerk Staudinger. RWE hatte im März angekündigt, den Block 5 vom Netz zu nehmen. Maiwald war in der hessischen Fast-Großstadt seit Anfang 2012 Kaufmännischer und nach dem nicht ganz freiwilligen Weggang seines Kollegen Clemens Boecker seit 2013 alleiniger Geschäftsführer. Ein potenzieller Millionenverlust aus einem Liefervertrag an einen Geschäftskunden von 2009 war laut Gutachten weder ihm noch seinen Vorgängern anzulasten gewesen.

SWT-Verwaltungsratschef OB Wolfram Leibe strich bei dem Diplom-Kaufmann dessen "langjährige Erfahrungen in der Geschäftsführung eines kommunalen Mehrspartenunternehmens", "erstklassiges kaufmännisches Wissen", "starke Führungsqualitäten" und ein "umfangreiches energiewirtschaftliches Vertriebs-Know-how" heraus. Maiwalds künftiger Kollege Müller äußerte seine Freude über dessen Kompetenz und hat mit ihm bereits mehrmals geredet: "Die Chemie könnte passen." Maiwald will seinen Hanauer Vertrag bis Mitte 2019 voll erfüllen und dann perspektivisch mit Frau und Kind nach Trier umziehen.

"Gesamtangebot veredeln statt Einzelpakete abgrenzen"

Als Kaufmännischer Vorstand in Trier hatten sich bei der Unternehmensberatung LAB & Company etwa 70 Menschen beworben. Davon seien rund 40 "valide" gewesen, sagte deren geschäftsführende Gesellschafterin Elke Vorholt laut Regionalzeitung bei einem Pressegespräch der SWT. Fünf kamen demnach in die engere Auswahl für eine Findungskommission aus Kommunalpolitik und Arbeitnehmervertretern unter OB Leibe. Diese entschied bereits einstimmig.

An den SWT reizt Maiwald besonders das "breite Leistungsangebot", die "Ausrichtung auf die Zukunft" und die „bislang gefühlt gute Unternehmenskultur“, sagte er dem "Trierischen Volksfreund". Er wechselt von einem Arbeitgeber für 180 Menschen zu einem mit 850 Beschäftigten. Die SWT haben im Gegensatz zu den Hanauern auch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Ob er diesen von Hornfeck übernimmt, sei noch nicht ausgemacht; über die Geschäftsverteilung spreche er noch detaillierter mit Technikvorstand Arndt Müller: "Es geht auch gar nicht unbedingt darum, die Einzelpakete streng abgegrenzt voneinander zu betrachten, sondern darum, ein Gesamtleistungsangebot zu veredeln. Wenn wir über den Busverkehr sprechen, geht es nicht nur um ÖPNV, sondern allgemein um Mobilität – die wiederum eng mit der Infrastruktur einer Stadt verknüpft ist."

OB Kaminsky und Alsheimer suchen Nachfolger

Hanaus OB Kaminsky hat mit Constantin Alsheimer, Chef des Minderheitsgesellschafters Mainova Frankfurt, abgestimmt, sich nun auf die Suche nach einem geeigneten Maiwald-Nachfolger zu begeben. Das schreibt die "Offenbach-Post". (geo)

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