Dirk Wernicke, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster

Dirk Wernicke, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster

Bild: © Stadtwerke Münster

Der technische Geschäftsführer der Stadtwerke Münster, Dirk Wernicke, steht für eine zweite Amtsperiode nicht zur Verfügung, er lässt also seinen Vertrag bis Ende August 2019 auslaufen. Dies geht aus einem Schreiben an den Aufsichtsrat vom Freitag hervor, das der ZfK vorliegt. Die "Westfälischen Nachrichten" hatten zuerst darüber berichtet.

Demnach begründet Wernicke seinen Rückzug mit einem "kräftezehrenden und selten sachorientierten Ringen (in der Geschäftsführung) um jeden einzelnen Schritt voran" in eine neue Energiewelt. Ohne den Namen seines kaufmännischen Kollegen Henning Müller-Tengelmann in den Mund zu nehmen, wirft Wernicke der "kaufmännischen Geschäftsführung" vor, "wenig bis keine Unterstützung" für angebliche Initiativen aus seinem Ressort zur "Modernisierung" des Geschäftsmodells gezeigt zu haben. So habe sich das Neue nicht "gegen Beharrungskräfte" durchgesetzt. Es habe "keine zeitgemäße kooperative Managementhaltung" gegeben. Diese Verhältnisse bänden Wernickes "Managementenergie und vermindern meine Wirksamkeit erheblich, sowohl fachlich als auch zeitlich". Er wolle nun den "Weg für einen personellen Neuanfang freimachen".

Berater weiter für Chef-Duo

Wernicke liefert sich mit seinem gleichberechtigten Kollegen Müller-Tengelmann auch in der Öffentlichkeit seit Jahren einen Dauerstreit, zum Beispiel über ein Windparkprojekt aus dem Ressort Wernickes. Eine Mediation half nicht, und mittlerweile erarbeitet die Unternehmensberatung M3 Management Consulting ein neues Führungskonzept für die Stadtwerke Münster. Offenbar – so liest sich Wernickes Schreiben – ist schon klar, dass sie weiterhin eine zweiköpfige Geschäftsführung empfiehlt. Dies sieht auch er so, angesichts der "Größe und Bedeutung" der Stadtwerke Münster.

Im Juni war in der Lokalzeitung ein Bericht erschienen, wonach die Unterstützung Wernickes im Rat für eine zweite Amtszeit fragwürdig geworden sei. Dagegen wurde Müller-Tengelmanns Vertrag dieses Jahr bis 2023 verlängert. Wernickes bis 2014 amtierender Vorgänger als technischer Geschäftsführer, Andreas Hoffknecht, hatte sich ähnlich lautstark mit Müller-Tengelmann gestritten. Er bekam keine Vertragsverlängerung. (geo)

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