Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat neue Vorstände gewählt und Investitionen in Millionenhöhe beschlossen. Zudem bereitet der Verband eine Satzungsänderung vor, die es ermöglichen soll, Kommunen im Umgang mit den Folgen des Klimawandels zu beraten. Ein Beschluss dazu werde im Sommer 2022 erwartet, teilt der OOWV mit.
Demnach hat die Verbandsversammlung den Verbandsvorsteher Sven Ambrosy (LK Friesland) für fünf weitere Jahre im Amt bestätigt. Zu seinem Stellvertreter wählten die Delegierten Michael Kramer (Lastrup).
Neue Vorstandsmitglieder
Neue Vorstandsmitglieder sind Christian Pundt (LK Oldenburg), Karin Emken (Esens), Dr. Wolfgang Krug (Holdorf), Jörg Pieper (Wiefelstede), Gerhard Böhling (Schortens), Thorsten Schmidtke (Großenkneten), Gerhard Ihmels (Brookmerland) und Maik Niederstein (Stadt Oldenburg). Weiterhin in dem Gremium vertreten sind Brigitte Fuchs (Elsfleth), Olaf Meinen (LK Aurich) und Christian Porsch (Bassum).
Die Verbandsversammlung setzt sich aus 178 Delegierten zusammen. Die personellen Veränderungen sind Folge der Kommunalwahlen. Aus dem Vorstand ausgeschieden sind Franz Hölscher (Bakum), Carsten Harings (LK Oldenburg), Petra Lausch (Edewecht), Regina Neuke (Lemwerder) und Martin Mammen (Esens).
Rund 50 Mio. Euro
Der OOWV nimmt hohe Millionensummen in die Hand, um die Leistungsfähigkeit und Qualität in der Trinkwasserversorgung zu sichern. Allein im kommenden Jahr investiert der OOWV rund 52,6 Mio. Euro, um insbesondere Netze und Anlagen zu erneuern und dem Bedarf anzupassen. Aktuell wird in Siegelsum (Landkreis Aurich) ein Wasserwerk neu gebaut, um das bestehende zu ersetzen.
Ein zusätzliches Speicherpumpwerk soll in Lastrup (Landkreis Cloppenburg) entstehen. Daneben kooperiert der OOWV verstärkt mit anderen Versorgern, um benötigte Wassermengen bereitstellen zu können. Im Bereich der Abwasserentsorgung belaufen sich die Investitionen für die Erneuerung von Kanälen und Anlagen im Jahr 2022 auf 54,5 Mio. Euro. In mehreren Kommunen wird der Investitionsbedarf im kommenden Jahr zu einer Anpassung der Abwasserentgelte führen.
Beratung mit 3D-Untergrundmodellen
Der OOWV will seine Mitglieder künftig besser dabei unterstützen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Daher bereitet der Verband eine Satzungsänderung vor. So könnte der OOWV Behörden und Kommunen beispielsweise durch Technik beraten, wenn es um Initiativen im Rahmen eines regionalen Wasserversorgungskonzeptes geht.
Der Wasserverband sei in der Lage, anhand von 3D-Untergrundmodellen die Grundwasserströme darzustellen. Ebenso bietet der OOWV an, Starkregengefahrenkarten zur Überflutungsvorsorge in den Mitgliedskommunen zu erstellen. Diese sollen die Gefahrenstellen und das mögliche Schadenspotenzial durch Starkregen übersichtlich darstellen und die Entscheidungsgrundlage für weitere Maßnahmen in den Kommunen schaffen.
90. kommunales Mitglied
Das konkrete Aufgabenspektrum will der OOWV vor der Beschlussfassung im nächsten Sommer in Abstimmung mit dem niedersächsischen Umweltministerium definieren.
Der OOWV wird als Körperschaft des öffentlichen Rechts aktuell von 89 kommunalen Mitgliedern getragen. Durch den Beitritt der Stadt Delmenhorst steigt diese Zahl zum Jahreswechsel auf 90. Mit einer Bilanzsumme von fast einer Mrd. Euro zählt der Verband zu den großen Wasserversorgern in Deutschland. (jk)



