In den vergangenen Pandemiejahren gab es leichte Einsparungen beim Heizenergiebedarf.

In den vergangenen Pandemiejahren gab es leichte Einsparungen beim Heizenergiebedarf.

Bild: © Contrastwerkstatt/AdobeStock

Die Viertagewoche macht Angestellte produktiver, sagen Befürworter schon lange. Nun ist in Großbritannien ein entsprechendes Modellprojekt erfolgreich verlaufen, wie die gemeinnützige Organisation 4 Day Week Global mitteilt. Von den 61 Unternehmen, die daran teilnahmen, sprachen sich demnach 56 dafür aus, die Viertagewoche künftig beizubehalten. 18 Unternehmen kündigten sogar an, dies dauerhaft zu tun.

Von den fünf Unternehmen, welche zur Fünftagewoche zurückkehren, führen zwei derzeit Modellprojekte zu verkürzten Arbeitszeiten durch ("viereinhalb" Tage). Lediglich drei Unternehmen sprachen sich vorerst komplett gegen die Viertagewoche aus.

Weniger Burn-Out

Die Teilnehmer waren offenbar überwiegend zufrieden, wie das Modellprojekt verlaufen ist. Auf einer Skala von 1-10, wobei 10 für sehr positiv steht, gaben die Angestellten dem Projekt durchschnittlich eine Punktzahl von 8,3.

Die Angestellten gaben dabei an, weniger oft müde zu sein (46 Prozent), bessere Laune (54 Prozent) und weniger Stress zu haben (39 Prozent). 71 Prozent fühlten sich weniger von einem Burn-out bedroht. 55 Prozent hatten den Eindruck, leistungsfähiger zu sein.

Umsatzplus von 35 Prozent

Demgegenüber bewerteten die Unternehmen das Projekt im Durchschnitt mit einer 7,5. Sie hatten im Durchschnitt den Eindruck, dass ihre Angestellten produktiver waren.

Die gestiegene Produktivität lässt sich den Studienautoren zufolge auch an Zahlen ablesen: Während des Modellprojekts stiegen die Umsatzerlöse der teilnehmenden Unternehmen um 1,4 Prozent. Setzt man die Einkünfte mit einer vergleichbaren Zeitspanne in einem anderen Jahr ins Verhältnis, ergab sich demnach sogar ein Anstieg um 35 Prozent.

Weniger Krankmeldungen

Zusätzlich hatten die Unternehmen weniger Kündigungen zu beklagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass Angestellte das Unternehmen verließen, sank während des Modellprojekts um 57 Prozent. Zudem waren Angestellte 65 Prozent seltener krank geschrieben oder aus anderen Gründen nicht am Arbeitsplatz.

Allerdings geben die Studienautoren zu, dass die Vergleichsgröße hier zu klein war, um statistisch signifikante Aussagen zu treffen.

Rund 3000 Angestellte

Bei dem Modellprojekt arbeiteten rund 2900 Angestellte in Großbritannien ein halbes Jahr lang weniger. Das Gehalt blieb dabei gleich. Das Experiment dauerte von Juni bis Dezember 2022.

Initiiert hatte das Projekt die gemeinnützige Organisation 4 Day Week Global, die sich schon länger für eine verkürzte Arbeitswoche einsetzt. Zusammen mit dem Boston College, dem University College Dublin und der Cambridge University hat sie Modellversuche in insgesamt sieben Ländern durchgeführt. (jk)

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