Straßenbahn mit Aufklebern der Müll-nicht-rum-Kampagne in Rheinland-Pfalz

Straßenbahn mit Aufklebern der Müll-nicht-rum-Kampagne in Rheinland-Pfalz

Bild: © Lys Y. Seng/offenblen.de

Das rheinland-pfälzische Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität will die Menschen im Land dazu animieren, weniger Verpackungsmüll zu produzieren und ihre «Wegwerfmentalität» zu überwinden. Dazu hat die seit 2019 bestehende Initiative «Müll nicht rum» eine Werbekampagne mit Plakaten, in Kinos und an großen Bahnhöfen gestartet, wie die Ministerin Katrin Eder (Grüne) mitteilte.

«Ein Einwegbecher für Kaffee hat eine Lebenszeit von zehn Minuten», sagte Eder. Danach lande er meist in einer Müllverbrennungsanlage, «und die Rohstoffe sind einfach weg, die dafür verwendet wurden». Der Becher für den «Coffee to go» sei zum Symbol geworden für das «Littering», für das achtlose Wegwerfen von Zigarettenkippen oder Gebrauchsartikeln.

Mehrwegsystem in Speyer

Das Klimaschutzministerium unterstützt deshalb Städte und Kommunen, wenn diese Mehrwegsysteme vor Ort einführen wollen. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Speyer, wo es bald ein solches Angebot für die Gastronomie und Eisdielen geben soll.

Darüber hinaus fördert das Ministerium derzeit ein innovatives Projekt am Umwelt-Campus in Birkenfeld in Kooperation mit der Universität Trier, bei dem mit Hilfe einer App der Abfall in der Mensa und in den Studentenwohnheimen reduziert werden kann. Das System ist auch auf andere Hochschulen sowie auf Veranstaltungen von Städten und Kommunen übertragbar. Die Kampagne will außerdem auch kleine Ansätze vor Ort stärken wie das Tauschregal des Mainzer Umweltladens, wo nicht mehr benötigte Büroartikel, Werkzeuge oder Haushaltswaren abgegeben und im Gegenzug benötigte Gegenstände mitgenommen werden können.

Virtual-Reality-Spiel für Kinder

Zusätzlich widmet sich die Kampagne dem Thema Reparierbarkeit von Elektrogeräten. Zum Jahresende wird das Ministerium Repair-Cafés und Reparatur-Initiativen im Land auf der Kampagnen-Webseite „Müll nicht rum“ veröffentlichen.

Ein weiterer Baustein der Kampagne ist die Modernisierung der acht außerschulischen Lernorte der Kreislaufwirtschaft. „Beim Thema Abfallvermeidung können schon die Kleinsten mithelfen. Deshalb haben wir in unsere Bildungsarbeit investiert“, so Eder. Ab August startet im Mosellum in Koblenz eine digitale Lernstation mit einem Virtual-Reality-Taucherspiel zum Thema „Plastikmüll gefährdet unsere Gewässer“.

Runder Tisch für Abfallvermeidung

Im Herbst will das Klimaschutzministerium einen «Runden Tisch Abfallvermeidung» auf den Weg bringen. Dieser soll alle Akteure der kompletten Wertschöpfungskette zusammenbringen wie Unternehmen, Verbände und auch die Verbraucherzentrale. (hp mit Material von dpa)

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