Die Shell Energy Deutschland krempelt ihren Strom- und Gasvertrieb völlig um: Künftig sollen "strategische Kunden" nur noch einen Key-Accounter als Ansprechpartner haben, auch wenn sie mehr als nur Gas nachfragen, etwa Strom und Umweltprodukte. Gehören auch Stadtwerke zu den "strategischen Kunden"? Ja, erläuterte das Hamburger Unternehmen auf ZfK-Nachfrage, "ab einer gewissen Größenordnung". Welche, das wollte Shell nicht im Internet lesen. Der Fokus liege aber auf Industriekunden.
Anlass war der erst am Montag vermeldete Amtsantritt von Cai-Delf Harms zum Chef von Shell Energy Deutschland am 1. August. Der 56-Jährige folgte Georgia Arnaboldi nach. Sie geht in die Londoner Zentrale und verantwortet bei der Vertriebs- und Handelsgesellschaft Shell Energy Europe (SEE) als eine von fünf "General Managers" die Sparte "Markets".
Regionale Unterteilung wird aufgegeben
Shell gibt sich im Europavertrieb eine strenge Spartenorganisation nach Produktfeldern. Die vier anderen Sparten in London sind "Gas", "Power", "Environmental Products" und "Product & Market Development". Diese fünf Sparten sollen sich künftig in fünf Teams in Deutschland wiederfinden. Die zehn Key-Accounter von Shell Energy Deutschland werden ihnen zugeordnet; die bisherige regionale Unterteilung wird gestrichen.
Jeder Großkundenbetreuer von Shell Energy Deutschland ist künftig alleiniger Ansprechpartner ("one-stop agency") seiner Industriekunden, auch wenn diese Produkte und Dienstleistungen aus den anderen Sparten nachfragen. Das heißt: nicht ganz, denn das Öl- und Ölderivategeschäft läuft nach wie vor parallel in der Shell Deutschland Oil, deren Chef im Juli Thomas Zengerly geworden ist. Er wurde auch Chef der Deutsche Shell Holding, zu der alle deutschen Gesellschaften gehören, auch die Shell Energy Deutschland.
Entwicklung in London
Die Produktentwicklung ist künftig strategisch bei der SEE in London, und die Sparte "Markets" der Deutschland-erfahrenen Georgia Arnaboldi passt die Entwicklung an die jeweiligen nationalen Märkte an. SEE entwickelt derzeit Umweltprodukte. Cai-Delf Harms: "Neben Erdgas, Strom und CO2-Zertifikaten wird die SEE in Zukunft auch eine breite Palette von Grünzertifikaten wie Guarantees of Origin (Herkunftsnachweise) und Voluntary Carbon Offsets (Freiwillige CO2-Minderungsprojekte), erneuerbaren Strom und Biogas anbieten." (geo)

Cai-Delf Harms (Bild) steht seit 1. August 2018 der Geschäftsführung der Shell Energy Deutschland GmbH vor. Er folgte Georgia Arnaboldi nach, die zur Handels- und Vertriebsgesellschaft Shell Energy Europe Ltd. nach London wechselte.
Bild: Fotostudio Nina
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