In Diskussionsrunden mit der Geschäftsführung – im Bild Stadtwerke-Chef Herbert Marquard –, der Personalabteilung und dem Betriebsrat konnten Mitarbeitende Bedenken und Wünsche äußern.

In Diskussionsrunden mit der Geschäftsführung – im Bild Stadtwerke-Chef Herbert Marquard –, der Personalabteilung und dem Betriebsrat konnten Mitarbeitende Bedenken und Wünsche äußern.

Bild: © Markus Born Fotodesign/Stadtwerke Pforzheim

Reichen vier Arbeitstage aus, um ein Unternehmen erfolgreich am Laufen zu halten? Mit dieser Frage setzen sich gerade die Stadtwerke Pforzheim (SWP) auseinander. Denn das Unternehmen will ab dem kommenden Jahr im Rahmen eines Pilotprojektes ein neues Arbeitszeitmodell testen und führt ein „4-Tage-Woche FLEX"- Modell ein.

Das Angebot: Bei vollem Lohnausgleich werden im Vier-Wochen-Rhythmus zwei freie Tage generiert. Insgesamt wird mit diesem Modell die tatsächliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von bisher 39 auf ca. 37 Stunden gesenkt.

Besetzung an allen Arbeitstagen

Der freie Wochenarbeitstag wird in Absprache mit dem jeweiligen Team festgelegt, kann jedoch nicht angespart werden. Alle Arbeitstage müssen abgedeckt sein, um die Versorgungssicherheit nach wie vor zu gewährleisten. Zu den 30 Urlaubstagen kommen also weitere freie Tage hinzu.

Eine Ausnahme bilden beispielsweise Eltern mit Kindern bis zum 14. Lebensjahr und Teilzeitbeschäftige. Diese können die reduzierte Gesamtarbeitszeit bei Bedarf auch auf die üblichen fünf Arbeitstage strecken. Auch Auszubildende und Studenten profitieren anteilig an dem Modell. Gesetzliche und tarifliche Vorschriften werden nach wie vor eingehalten.

Viel Vertrauen in die Belegschaft

Dass sich die SWP neuen Arbeitsmodellen gegenüber grundsätzlich offen zeigen, beweist die Ausweitung der mobilen Arbeit im Jahr 2021. Durch die positiven Erfahrungen aus der Pandemie-Zeit wurde die Möglichkeit der mobilen Arbeit auf 100 Prozent aufgeweitet, da wo es möglich ist.

„Dieser nächste Schritt hin zur Vier-Tage-Woche ist vor allem Ausdruck einer tiefen Wertschätzung für die geleistete Arbeit der letzten Jahre. Gemeinsam konnten wir die SWP in den letzten vier Jahren stabilisieren und in sichere Fahrwasser bringen. Ich habe größtes Vertrauen in die Belegschaft und denke, dass die Einführung des neuen Modells nicht nur positiv angenommen, sondern auch sehr gut umgesetzt wird“, verrät Herbert Marquard, Geschäftsführer der SWP.

Stadtwerke als moderner Arbeitgeber

Doch nicht nur die altgedienten SWP-Mitarbeitenden sollen von dem neuen Modell profitieren. Die SWP wollen in Zukunft noch attraktiver auf dem Arbeitsmarkt werden und konkurrenzfähig bleiben. „Gerade im Rennen um Fachkräfte ist es wichtig, neue Anreize zu setzen und jungen Talenten ein bestmögliches Arbeitsumfeld zu bieten“, erklärt Ulrike Adam, Bereichsleiterin Personal und Services bei den SWP.

 „Als regional verankertes Stadtwerk sind wir der Umsetzer der Energiewende. Dazu ist es essenziell wichtig, dass wir zufriedene Fachkräfte haben, die gerne für uns arbeiten. Dabei wird dem Thema Work-Life-Balance von jungen Bewerberinnen und Bewerbern ein hoher Stellenwert beigemessen“, ergänzt Adam.

Mitarbeitende entscheiden mit

Die SWP-Belegschaft wurde in der Konzipierung des neuen Modells mit einbezogen. In Diskussionsrunden mit der Geschäftsführung, der Personalabteilung und dem Betriebsrat konnten Mitarbeitende Bedenken und Wünsche äußern.

Das finale Konzept wurde der SWP-Belegschaft im Herbst vorgestellt und wird ab 1. Januar 2024 umgesetzt.„Sollte das Modell gut angenommen werden und alle Prozesse weiterhin laufen, planen wir für das Jahr 2025 den nächsten Schritt – die volle Vier-Tage-Woche für alle Beschäftigten der SWP“, schließt Marquard. (hp)

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