Am 10. Januar kam es um 21 Uhr zu einem Frequenzabfall im europäischen Netz auf 49,8 Hz, berichtete der österreichische Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG). Diese Unterfrequenz wurde binnen weniger Sekunden reguliert. Schließlich habe das europäische, automatische Lastenmanagement erfolgreich funktioniert und dafür gesorgt, dass die Frequenz nicht weiter absackte und innerhalb von Sekunden stabilisiert werden konnte. Die Versorgungssicherheit war zu keinem Zeitpunkt gefährdet, erklärte der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber Entsoe.
Fakt war, dass es zwischen Österreich und Deutschland zu Fehlmessungen ("mismeasurements") kam. Dieses Ungleichgewicht wurde dann vom Übertragungsnetzbetreiber auf deutscher Seite, Tennet, behoben. Dieser Sachverhalt könne aber nicht den Frequenzabfall erklären, betonte Entsoe. Nun werden deshalb die Veränderungen bei der Stromproduktion um 21 Uhr und die zeitgleich erfolgten Handelstätigkeiten zwischen einzelnen europäischen Ländern untersucht.
Verstrickung von Vorkommnissen
Laut APG seien die Gründe für diesen Frequenzabfall eine Verstrickung von Vorkommnissen: Zum einen nennt APG als Grund die üblichen Schwankungen beim Übergang der Lastdeckung von einem Kraftwerk zum anderen. Dies geschehe typischerweise zum Stundenwechsel und sei eine marktinduzierte Frequenzabweichung. Zum anderen sei es im Netzregler der Tennet an der Übergabestelle an der deutsch-österreichischen Grenze zu einem Datenfehler gekommen.
Tennet sieht zwei Gründe für ausschlaggebend: Der deutsche ÜNB registrierte um 21 Uhr eine kurze Spitze im Stromverbrauch. Zeitgleich kam es zu einem Datenfehler. Dieser Fehler konnte aber sofort behoben werden. Insgesamt sieht Tennet die abrupte Schwankung beim Stromverbrauch als die Hauptursache des Frequenzabfalls, der Datenfehler bei Tennet habe nur unwesentlichen Einfluss gehabt. Nähere Details wollte Tennet auf Anfrage der ZfK zu dem Fall nicht nennen.
TSC Net: Datenfehler war entscheidend
Der Münchner Netzsicherheitsdienstleister TSC Net sieht die Gewichtung anders: Der entscheidende Faktor sei ein Datenfehler am Transferpunkt zwischen Deutschland und Österreich gewesen, heißt es auf den Seiten des Dienstleisters.
Die Untersuchungen der Entsoe sind noch am Laufen. (al)



