Die Diskussion über die Rückkehr aus dem Homeoffice ist in vollem Gange. Und mit ihr stellt sich die Frage: "Kann das Büro so bleiben, wie es war?" Der Coworking-Anbieter Design Offices hat nun mit den Experten des auf Bau und Immobilien spezialisierten Beratungsunternehmens Drees & Sommer untersucht, wie sich die Arbeitsumgebung auf das Verhalten von Mitarbeitern auswirkt.
Dazu führten die Partner eine Wirkungsanalyse in den eigenen Räumlichkeiten durch – genauer gesagt am bislang mit 16.500 Quadratmetern Fläche größten Standort Design Offices München Macherei. Die erste Erkenntnis: Eine Arbeitsumgebung, die gleichermaßen ansprechend, flexibel und funktional ist, zahlt auf das Wohlbefinden von Mitarbeiter ein.
Büro als Drehscheibe
"Die Bürolandschaft muss neu zusammengesetzt werden", beobachtet Design Offices CEO Joachim Gripp im Austausch mit mittelständischen und Corporate Unternehmen. "Das klassische Büro weicht flexiblen Arbeitslandschaften, die neue Kollaborations - und Kommunikationsmodelle unterstützen, in hohem Maße auf die Firmenkultur einzahlen und gleichzeitig wirtschaftlich funktionieren, denn das Home office wird es weiterhin geben".
Anstatt des konventionellen Einzel-Arbeitsplatzes brauche es heute allerdings verschiedene Räume für aufgabenbasiertes Arbeiten, großzügige Gemeinschaftsflächen, attraktive Außenbereiche – so fungiere das Büro als Drehscheibe und Begegnungsstätte.
Räumliche Flexibilität unterstützt geistige Flexibilität
60 Prozent der Befragten gaben demnach an, Design Offices als energieaufladend zu empfinden; Befragte, die zuvor in einer klassischen Arbeitsumgebung gearbeitet haben, sogar zu 75 Prozent. 94 Prozent gewinnen sogar neue, innovative Impulse in der neuen Arbeitsumgebung.
Darüber hinaus gaben 91 Prozent der Befragten an, sich im Arbeitsalltag durch die räumliche Flexibilität in der geistigen Flexibilität unterstützt zu fühlen. 80 Prozent erklärten, sich durch zufällige Begegnungen in der Arbeitsumgebung inspiriert zu fühlen. 90 Prozent der Befragten empfinden zudem den flexiblen Workspace als (eher) kreativitätsfördernd als klassische Büroumgebungen, wie Einzel-, 2er- oder 6er-Büros.
Regelmäßige Ortswechsel
Das vielfältige Raumangebot regt zu regelmäßigem Ortswechsel der Nutzer:innen an", beobachtete Lena Reiß, Head of Health und Wellbeing bei Drees & Sommer. So finden informelle sowie formelle Meetings an Orten, wie einer Dachterrasse oder der großzügigen Lounge und weniger in den unternehmensinternen Bereichen statt. Dabei komme es zu Begegnungen und Austausch mit anderen Menschen.
Gerade solche Zufallstreffen in anderen stimulierenden Umgebungen zahlten positiv auf das eigene Kreativitätsverhalten ein, stimulierten die Offenheit für Neues und stärkten die mentale Flexibilität der Nutzer. "Sind wir also in Bewegung, bleiben wir quasi mental beweglich", resümiert Reiß.
Wohlfühlorte für divergentes Denken
"Um kreativ zu sein, müssen wir unsere Ideen aussprechen und mit anderen teilen. Dafür braucht es Wohlfühlorte, um divergentes und konvergentes Denken zu ermöglichen, das via Teams-Call eher schwer möglich ist. Design Offices schafft es, diese zu erzeugen", erläutert Tobias Eismann, Kreativitätsforscher und Senior Strategist for Creativity & Innovation bei Siemens.
"Die Wissensarbeit steht vor der größten Transformation in ihrer jungen Geschichte, das Büro von morgen wird zum Supercomputer der physischen Transaktionen", bekräftigt Raphael Gielgen, Trendscout bei Vitra und Experte für Veränderungen in der neuen Arbeitswelt.
Interviews und Shadowing
Für die Wirkungsanalyse wurden 45 Nutzer der Münchner Macherei befragt. Hierbei wurden auf wissenschaftliche Erkenntnisse basierende 16 Hauptkategorien, darunter beispielsweise Licht, Luft, Akustik, Funktionalität, Innovation, Erscheinungsbild, Außenraum, Orientierung, Nachhaltigkeit, Mobilität und Sicherheit abgefragt.
Die Zusammensetzung aus qualitativen Interviews, einer Verhaltensbeobachtung durch sogenanntes Shadowing, einer objektiven Bewertungsmatrix für Wellbeing Parameter und einer Datenerhebung mittels Fragebogen brachte die sieben Kernaussagen hervor. Im Oktober soll die Analyse an einem weiteren Standort von Design Offices fortgesetzt werden. (jk)



