| Stadtwerken wie auch der öffentlichen Verwaltung ist die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter besonders wichtig. Um die operative Effizienz zu steigern, setzen sie mehr als andere Branchen auf ihr Personal. Für 65 Prozent der Entscheider bei Behörden und Versorgern hat eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit Priorität, um das Ziel zu erreichen. 39 Prozent wollen den Krankenstand signifikant reduzieren. Damit die Teams besser zusammenarbeiten, investieren 44 Prozent der Verwaltungen und Versorger in Social Collaboration. Das sind die Ergebnisse der Studie "Potenzialanalyse Operative Effizienz" von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut. Demnach setzt jeder dritte Entscheider zudem auf Automatisierung. 45 Prozent halten das Potenzial für nicht ausgeschöpft. Dadurch soll unter anderem mehr Tempo erreicht werden, beispielsweise durch das automatisierte Ausfüllen von Formularen am PC. Gleichzeitig soll die Fehlerrate im Tagesgeschäft sinken. Zwei Dritteln der befragten Entscheider aus diesen beiden Branchen ist sie deutlich zu hoch, unter anderem bei monotonen Routinearbeiten und bei der Datenübertragung von einem System in ein anderes. Flache Hierarchien auch dank Corona Energieversorger seien mit Blick auf die Corona-Pandemie als systemrelevante Branche besonders gefordert, Leistungen reibungslos, stabil und sicher zu erbringen. 52 Prozent der Entscheider bei Versorgern und Behörden haben nach Angaben der Studienautoren bereits vor Ausbruch der Corona-Krise Hierarchien abgebaut und Mitarbeitern mehr Entscheidungsbefugnisse übertragen. Der Anteil werde seit März deutlich gewachsen sein, vermuten die Studienverantwortlichen. Das gelte genauso für den Ausbau der Zusammenarbeit über digitale Kanäle: 44 Prozent der Entscheider wollten sogenannte Social Collaboration Tools eigentlich bis 2022 einführen. Die Mehrheit werde diese Pläne inzwischen in vielen Bereichen bereits realisiert haben – „notgedrungen“, schreiben die Studienautoren. Stadtwerke unter Druck "Energieversorger, insbesondere Stadtwerke, leiden unter der aktuellen Lage. Die Nachfrage der Unternehmenskunden sinkt, trotzdem sollen die Preise stabil bleiben, um Kunden nicht noch stärker zu belasten", sagt Charlotte Behm, Managementberaterin für den Energiesektor bei Sopra Steria Next. Die Branche sei somit stark gefordert, Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht zu bringen. IT und Mitarbeiter müssten wie ein Uhrwerk zusammenarbeiten, um Aufwände insgesamt zu reduzieren. "Methoden wie digitales Prozessmanagement beschleunigen zwar die Arbeit. Gleichzeitig benötigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch mehr Kompetenzen, damit sie beispielsweise Energiekunden mit Zahlungsproblemen unbürokratische Lösungen anbieten können", so Behm. Der Faktor Mensch sei bei den Versorgern wie auch in der Verwaltung ein extrem wichtiger Baustein für mehr Effizienz. 58 Prozent, deutlich mehr als bei Finanzdienstleistern und verarbeitender Industrie, würden den Fachkräftemangel zu spüren bekommen. Durch Automatisierung alleine bekomme man das Problem nicht in den Griff, heißt es in der Studie weiter. Stadtwerke investieren in Gesundheit der Belegschaft 39 Prozent der befragten Verwaltungs- und Versorgungsmanager würden mit ihren Effizienzprogrammen auf einen geringen Krankenstand abzielen. 58 Prozent der befragten Entscheider betrachten betriebliches Gesundheitsmanagement als wichtige Maßnahme, um Leistungen effizient zu erbringen, so die Studie. Befragt wurden 323 Entscheider und Führungskräfte aus den Branchen Finanzdienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe, öffentliche Verwaltung und Versorgung sowie Telekommunikation und Medien. (amo) |

In Krisenzeiten gehören etablierte Abläufe und Verhaltensmuster auf den Prüfstand.
Bild: © boonchok/AdobeStock
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