Die Mehrheit der Mitarbeiter*innen in Deutschland (86 Prozent) ist überzeugt, dass sie bei der Arbeit produktiv ist. Das hat eine Studie des Softwareunternehmens Microsoft ergeben. Weltweit sei demnach die Anzahl wöchentlicher Meetings einer/eines Teams-Nutzers*in seit Beginn der Pandemie durchschnittlich um 153 Prozent gestiegen.
Auch die Zahl sich überschneidender Meetings pro Person habe sich im letzten Jahr fast verdoppelt (46 Prozent). Trotz dieser eindeutigen Zahlen sagten 79 Prozent der Führungskräfte hierzulande aus, dass es ihnen schwerfalle, in hybriden Arbeitsmodellen darauf zu vertrauen, dass ihre Mitarbeiter*innen produktiv seien.
Digitale Überforderung droht
Führungskräfte befürchten demnach, dass Produktivitätseinbußen auf die mangelnde Effizienz der Beschäftigten im Homeoffice zurückzuführen sind. Der Druck auf die Beschäftigten, sich beweisen zu müssen, nimmt damit zu, ebenso ihre digitale Überforderung, heißt es in der Studie. Führungskräfte sollten ihren Mitarbeiter*innen deshalb dabei helfen, zu entscheiden, was wichtig ist, um sich darauf zu fokussieren, erklären die Studienautor*innen.
Demnach gaben 44 Prozent der befragten Beschäftigten und 54 Prozent der Führungskräfte in Deutschland an, dass sie sich bei der Arbeit ausgebrannt fühlen. Gleichzeitig sagen nur 43 Prozent der Mitarbeiter*innen in Deutschland, dass ihr Feedback mindestens einmal im Jahr eingeholt wird – das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen (57 Prozent) nur selten, wenn überhaupt, nach den Erfahrungen ihrer Mitarbeiter*innen bei der Arbeit fragen.
Mitarbeiter*innen brauchen Grund zur Präsenz
Auch bei der Präsenz im Büro zeigen sich Unterschiede: So ist es laut der Studie 78 Prozent der Entscheidungsträger*innen in deutschen Unternehmen ein Anliegen, dass ihre Beschäftigten wieder ins Büro kommen. Doch sagen 72 Prozent der Arbeitnehmer*innen in Deutschland, dass sie einen besseren Grund brauchen, um ins Büro zu gehen, als "nur" die Erwartungen des Unternehmens zu erfüllen.
Eins der Hauptmotive für das Arbeiten vor Ort ist demnach der Kontakt zu Kolleg*innen. So sagen die befragten Mitarbeiter*innen in Deutschland, sie würden häufiger ins Büro gehen, wenn sie wüssten, dass ihre Arbeitskolleg*innen (72 Prozent) dort sind. 84 Prozent würden sich durch die Aussicht auf ein geselliges Beisammensein mit Kolleg*innen und 86 Prozent durch die Wiederaufnahme von Verbindungen zu ihren Teams motiviert fühlen.
Wachstumsmöglichkeiten gesucht
"Motivierte Mitarbeiter*innen sind das, was Unternehmen in dem heutigen dynamischen Wirtschaftsumfeld einen Wettbewerbsvorteil verschaffen", sagt Satya Nadella, Chairman und CEO von Microsoft. In einem anhaltend angespannten Arbeitsmarkt stehe jedes Unternehmen aktuell vor der Herausforderung, seine Mitarbeiter*innen neu zu integrieren, zu motivieren und zu halten.
Beschäftigte, die nicht lernen und wachsen können, verlassen demnach ihr Unternehmen: 54 Prozent der Angestellten und 72 Prozent der Entscheidungsträger*innen in Deutschland gaben in der Befragung an, dass es in ihrem Unternehmen nicht genügend Wachstumsmöglichkeiten gibt, die sie dazu bewegen würden, langfristig zu bleiben. 55 Prozent der Beschäftigten sagen sogar, dass sie ihr Unternehmen verlassen müssen, um sich weiterzuentwickeln.
Lernmöglichkeiten schaffen Bindung
Der Zusammenhang zwischen Lernen und der Bindung an das eigene Unternehmen ist laut der Studie dabei eindeutig. So würden 72 Prozent der Mitarbeiter*innen und 74 Prozent der Entscheidungsträger*innen in Deutschland länger in ihrem Unternehmen bleiben, wenn sie mehr Unterstützung beim Lernen und ihrer Entwicklung erhalten würden.
Gleichzeitig müssten sich Unternehmen neu aufstellen, um die internen Wechsel- und Aufstiegsmöglichkeiten flexibler zu gestalten: So sagen 62 Prozent der Mitarbeiter*innen und 72 Prozent der Führungskräfte in Deutschland, dass sie länger in ihrem Unternehmen bleiben würden, wenn es einfacher wäre, den Arbeitsplatz intern zu wechseln. (jk)



