Freuen sich auf die Zusammenarbeit (v.l.n.r.): Marco Schubert (stellvertretender Badebetriebsleiter), Kerstin Busse-Heling (Badebetriebsleiterin) und Volker Stammer (Geschäftsführer Stadtwerke Bad Salzuflen)

Freuen sich auf die Zusammenarbeit (v.l.n.r.): Marco Schubert (stellvertretender Badebetriebsleiter), Kerstin Busse-Heling (Badebetriebsleiterin) und Volker Stammer (Geschäftsführer Stadtwerke Bad Salzuflen)

Bild: © SW Bad Salzuflen

Die Stadtwerke Bad Salzuflen sind seit dem 1. Februar für das Hallenbad Lohfeld und das Begabad verantwortlich. Hierfür soll der Steuerliche Querverbund genutzt werden, mit denen sich die Bäder auch künftig finanzieren und erhalten lassen. Dieser ist aber aktuell mit einer großen Rechtsunsicherheit verbunden, weil der Europäische Gerichtshof prüft, ob diese Querfinanzierung zulässig ist. Im ungünstigen Falle könnten den Kommunen Steuernachzahlungen drohen.

"Die Stadtwerke Bad Salzuflen übernehmen die Bäder trotz der aktuellen Rechtsunsicherheit. Auch wenn der Steuerliche Querverbund nicht zustande kommen wird, sehen die Stadtwerke eine Chance in der Betriebsübernahme", gaben die Stadtwerke der ZfK auf Nachfrage Auskunft. Zum einen könnten wertvolle Synergieeffekte genutzt werden. Zum anderen sei der Badebetrieb eine emotionale Dienstleistung, die das traditionelle Kerngeschäft (Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser) und die "Marke Stadtwerke" positiv aufladen und zusätzlich stärken könnte.

Defizite sollen langfristig reduziert werden

Auch die langfristige, finanzielle Perspektive stimme: Die Bäder sollen betriebswirtschaftlich geführt werden, hieß es seitens der SW-Sprecherin. Die Defizite von Bädern seien allerdings kaum ausgleichbar, da die Dienstleistung für alle Bevölkerungsschichten bezahlbar bleiben soll. "Eine Defizitminimierung streben die Stadtwerke Bad Salzuflen aber (langfristig gesehen) definitiv an."

Trotzdem soll das Kerngeschäft nicht darunter leiden: "Sichere Energie- und Trinkwasserversorgung hat höchste Priorität. Ebenso die Entwicklung neuer Geschäftsfelder", betonte sie. 

Neue Öffnungszeiten und vielleicht mehr Personal

Alle städtischen Mitarbeiter, die in den Bädern arbeiten (aktuell insgesamt 18 Voll- und Teilzeitkräfte), haben bereits einen Arbeitsvertrag bei den Stadtwerken unterschrieben. In den letzten Jahren wurden beide Bäder immer wieder wegen gekürzter Öffnungszeiten kritisiert. Das könnte sich jetzt ändern.

"Wir haben bereits Wunschöffnungszeiten im Kopf, die sind aber noch nicht spruchreif", so Volker Stammer, Geschäftsführer der SW Bad Salzuflen. Denn die Personalstruktur und erforderliche Sicherheitsvorkehrungen würden zunächst geprüft und aufeinander abgestimmt. "Wir können uns aber auch vorstellen, Personal aufzustocken, falls tatsächlicher Bedarf besteht."

Besucherumfrage geplant

In den nächsten Wochen legen die Stadtwerke den Fokus auf das Thema Sicherheit. Organisationshandbücher, technische Anlagen und Arbeitssicherheit stehen auf dem Prüfstand. Parallel dazu wird bereits an einem neuen Vermarktungskonzept gearbeitet, um die Attraktivität und den Bekanntheitsgrad zu steigern.

In das Konzept soll auch die Besucherperspektive einfließen: Eine repräsentative Umfrage soll Optimierungspotenziale herausarbeiten. Die Befragung zu den Bädern läuft in zwei Wellen. Zusätzlich wird eine Nichtbesucher-Befragung angestrebt, um die Motive für die Nichtnutzung zu analysieren. Erste Ergebnisse werden für das Hallenbad Lohfeld voraussichtlich im März 2020 vorliegen. Einen neuen frischen Markenauftritt für die Bäder streben die Stadtwerke mit Start der Freibadsaison am 16. Mai 2020 an. (gun)

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