In der baden-württembergischen Gemeinde Tengen (Landkreis Konstanz) votierte ein Bürgerentscheid für einen weiteren Windpark.

In der baden-württembergischen Gemeinde Tengen (Landkreis Konstanz) votierte ein Bürgerentscheid für einen weiteren Windpark.

Bild: © Rolf Handke/Pixelio

Es geht um neue Anreize, um die Verhaltensmuster der Kunden so zu ändern, dass sie je nach Verfügbarkeit Strom verbrauchen respektive speichern oder aber Verbräuche verschieben. Die Idee dahinter: überschüssigen Windstrom effizienter nutzen und regional verbrauchen, statt ihn abzuregeln. Die Stadtwerke Norderstedt entwickeln hierzu im Rahmen des "Schaufensters intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" (Sinteg) ein flexibles Tarifmodell. Norderstedt liegt in Schleswig-Holstein, dort werden bereits heute 40 Prozent des Stromverbrauchs über erneuerbare Energien abgedeckt – bis 2035 soll dieser Anteil auf 100 Prozent ansteigen.

In einem Pilotprojekt versuchen die Stadtwerke seit einigen Monaten, die Potenziale zur Flexibilisierung oder Nutzung überschüssigen Stroms zu identifizieren. 700 Haushalte wurden als Teilnehmer gewonnen – Tendenz steigend. "Rund 500 sind bereits angeschlossen. Rund 2000 schaltbare Steckdosen sind im Einsatz, um Stromverbräuche im Haushalt zeitlich zu verlagern", erklärt Oliver Weiß, Sprecher der Stadtwerke Norderstedt auf ZfK-Anfrage. In der Spitze konnten so bereits deutlich über 12.000 kWh in einem Monat verschoben werden.

Kunden sollen bis zu 100 Euro pro Jahr einsparen

Neben den Steckdosen wurden die Kunden auch mit einem Steuergerät ausgestattet, an die jeweiligen Steckdosen sind Haushaltsgeräte wie Waschmaschine und Geschirrspüler angeschlossen. Wenn das Windaufkommen hoch ist, laufen auch diese Großverbraucher in den Testhaushalten. Pro Jahr sollen die Kunden in einem ersten Schritt bis zu 100 Euro einsparen.

"Um den Austausch mit den Kunden zu intensivieren, führen wir nun Workshops durch, in denen die Erfahrungen in Ideen umgewandelt werden sollen", so der Sprecher der Stadtwerke Norderstedt weiter. Außerdem biete man gemeinsam mit dem Hersteller Workshops zum Einsatz des "homee", einer smarten "Home-Zentrale" an, damit die Haushalte die Potenziale größtmöglich ausschöpfen können. Damit auch der Austausch der Kunden untereinander möglich ist, ist seit Anfang Februar zudem auf der Homepage der Stadtwerke ein Forum freigeschaltet.

Norderstedt bietet ideale Voraussetzungen

Die Testreihe in Norderstedt ist Teil des Sinteg-Projekts "Norddeutsche Energiewende" (NEW 4.0), an dem rund 60 Partner aus Hamburg und Schleswig-Holstein beteiligt sind. Die Stadtwerke Norderstedt haben bereits sehr früh auf die Installation von Smart Meter gesetzt. Da sie zudem über das Glasfasernetz ihrer Telekommunikationstochter Wilhelm.tel die Verbrauchsdaten quasi in Echtzeit an die Haushalte übertagen können, bringen sie laut Werkleiter Theo Weirich "ideale Voraussetzungen" für die Durchführung des Projekts mit. Die Stadtwerke Norderstedt feiern in diesem Jahr zudem ein Doppeljubiläum: Der Kommunalversorger wird 100 Jahre alt, seine sehr erfolgreiche Telekommunikationstochter Wilhelm.tel feiert ihren 20. Geburtstag. (hoe)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper