SWB und Verdi haben Ende August einen Tarifvertrag für einen sozialverträglichen Kohleausstieg im SWB -Konzern geschlossen. Dieser ist laut Mitteilung des kommunalen Unternehmens Voraussetzung für SWB, um grundsätzlich an Auktionsverfahren zur Stilllegung von Steinkohlekraftwerken teilzunehmen. Die Auktionierungen werden in den Jahren 2020 bis 2027 durchgeführt, auf Grundlage des neu verabschiedeten Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes.
Der Tarifvertrag ergänzt demnach die bestehenden Konzernregelungen für Beschäftigte der SWB Erzeugung GmbH & Co. KG und findet Anwendung, sofern SWB an Auktionsverfahren teilnimmt und darin einen Zuschlag erhält. Er regelt die Möglichkeit für den Bezug des staatlichen Anpassungsgeldes für einige Mitarbeiter ab dem 58. Lebensjahr – sofern Beschäftigungsverhältnisse abgebaut werden sollten. SWB und Verdi haben sich darauf verständigt, diese staatliche Leistung aufzustocken auf einen branchenüblichen Satz von 89,5 Prozent des bisherigen Nettogehalts.
Hermes: Es soll keine Entlassungen geben
Personalvorstand Olaf Hermes betont in der Mitteilung, dass es für das Unternehmen nach wie vor oberste Priorität habe, möglichst alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bord zu halten, die direkt oder indirekt vom Kohleausstieg betroffen sind. Man gehe davon aus, dass die jetzt vereinbarte Regelung ohnehin nur wenige Beschäftigte betreffen werde
Die Gewerkschaft Verdi freut sich über den Tarifabschluss. „Wir müssen die Transformation unserer Energieversorgung nicht nur klima-, sondern auch sozialverträglich gestalten. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung in Bremen darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten passieren. Verdi und SWB zeigen mit diesem Tarifvertrag, wie das geht“, äußert sich Immo Schlepper vom Verdi Landesbezirk Niedersachsen-Bremen in der Mitteilung. (amo)



