Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen)

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen)

Bild: © Christian Charisius/dpa

Der Zubau erneuerbarer Energien hat in den vergangenen beiden Jahren wieder deutlich an Fahrt gewonnen. Das spiegelt sich auch in Beschäftigungszahlen wider, die die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung und andere Forscher im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zusammengetragen haben.

Demnach arbeiteten im Jahr 2022 insgesamt fast 388.000 Personen im Erneuerbaren-Bereich. Das waren 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Wirtschaftsministerium handelt es sich um den höchsten Beschäftigungsstand seit 2012 und den größten jährlichen Zuwachs seit 2006.

Spitzenjahr 2011

In der Spitze waren 2011 übrigens rund 416.000 Mitarbeiter im Erneuerbaren-Sektor beschäftigt. Danach strich die Bundesregierung unter Federführung des damaligen Umweltministers Peter Altmaier (CDU) die Solarförderung zusammen. In der Folge knickte der Photovoltaikausbau ein. Die Beschäftigung ging innerhalb weniger Jahre auf weniger als ein Drittel zurück.

Nicht ganz so drastisch sanken die Beschäftigungszahlen in der Windbranche, als hier in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre der Ausbau rückläufig war.

Rückläufige Zahlen bei Windenergie an Land

Nun also eine erneute Trendwende, befeuert auch durch das Osterpaket der Bundesregierung, das die Erneuerbaren-Ausbauziele deutlich nach oben schraubte: Am stärksten ging 2022 die Beschäftigung im Solarenergiebereich nach oben. Hier zählten die Forscher 84.000 Beschäftigte. Das waren fast 23.000 Personen mehr als im Vorjahr. Vor allem in der Photovoltaik sei die Beschäftigung gestiegen, schreibt das Ministerium. Aber auch bei der Solarthermie habe es einen Aufwärtstend gegeben.

Rückläufig waren die Beschäftigungszahlen im Bereich der Windenergie an Land. 94.100 Menschen waren dort beschäftigt – 9000 weniger als im Vorjahr. Bei der Windenergie auf See war der Trend gegenläufig. Insgesamt waren dort 2022 gut 30.000 Personen beschäftigt.

Aufwärtstrend bei Geothermie

Beim Bereich Umweltwärme und Geothermie stieg die Beschäftigung um 14 Prozent auf 55.000 Personen, im Bereich Biomasse um neun Prozent.

Nach Angaben der Forscher sind weiterhin "mit deutlichem Abstand" Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen und -Komponenten die Haupttreiber für die Beschäftigungsnachfrage. In diesen Bereichen waren insgesamt 238.000 Personen beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr nahm dieser Sektor um fast ein Viertel zu.

Nachfrage nach Importen relevant

Neben dem Ausbau in Deutschland ist hier auch der Erneuerbaren-Ausbau im Ausland und damit die Nachfrage nach Importen aus Deutschland relevant. Die Beschäftigung für Betrieb und Wartung der Anlagen über alle Technologien lag nach Ministeriumsangaben im Jahr 2022 bei rund 85.000 Personen. (aba)

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