Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" soll Reiche Chefin der neuen Eon-Netzgesellschaft werden. Dazu wollte sich eine Eon-Sprecherin nicht äußern. "Details werden wir zu gegebener Zeit erläutern", sagte die Sprecherin des Essener Energiekonzerns.
VKU-Präsident Michael Ebling erklärte: "Es wird einen Wechsel an der Spitze des Verbandes geben. Anfang der kommenden Woche beraten unsere zuständigen Gremien dazu."
Reiche war von 1998 bis 2015 Bundestagsabgeordnete. In dieser Zeit war sie stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion und später Parlamentarische Staatssekretärin, zunächst im Umwelt- danach im Verkehrsministerium. VKU-Hauptgeschäftsführerin ist die 46-jährige Brandenburgerin seit September 2015. Von Juni 2018 bis Januar 2019 war Reiche Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten Kohlekommission.
Eon vor tiefgreifendem Umbau
Der Eon-Konzern steht vor einem tiefgreifenden Umbau seines Geschäftsmodells. Dazu hat das Unternehmen umfangreiche Tauschgeschäfte mit dem bisherigen Konkurrenten RWE vereinbart. Eon will das Netz- und Vertriebsgeschäft von Innogy übernehmen. Im Gegenzug soll RWE die erneuerbaren Energien von Eon und Innogy erhalten. Die EU-Kommission muss diesen Deal noch abschließend genehmigen, das soll spätestens am 20. September der Fall sein. Eon rechnet fest mit einer Genehmigung. Zuletzt war in Branchenkreisen von lediglich geringen Auflagen aus Brüssel für den Deal die Rede.
Eon würde mit der Innogy-Übernahme zum mit weitem Abstand größten Stromversorger und Betreiber von Energienetzen in Deutschland. Zusammen mit den bisherigen Innogy-Kunden käme der Energieriese künftig auf rund 14 Millionen Kunden. Europaweit hätte Eon mehr als 40 Millionen Kunden. Vor wenigen Wochen hatten zehn größere Kommunalversorger in einer gemeinsamen Erklärung vor den Folgen des Deals für die Energiebranche gewarnt. (hil/dpa)



