Christopher Braun, Leiter Unternehmensentwicklung, treibt die Geschicke des Unternehmens zwischen Geschäftsführung und operativem Geschäft voran.
 

Christopher Braun, Leiter Unternehmensentwicklung, treibt die Geschicke des Unternehmens zwischen Geschäftsführung und operativem Geschäft voran.  

Bild: © Stadtwerke Emden

Die Stadtwerke Emden gelten in ihrem Wettbewerbsumfeld seit 2016 als einer der Vorreiter in Sachen Digitalisierung und Smart City. Unter Federführung von Stadtwerke-Chef Manfred Ackermann wollen die Ostfriesen sich fit machen für die bevorstehenden Herausforderungen: spürbarer Klimawandel, steigende Energiepreise und grünere Energiepolitik. Dazu wurde eigens eine Stabsstelle im Unternehmen geschaffen.

Christopher Braun, studierter Volkswirt mit Schwerpunkt Energiewirtschaft, verantwortet diese seit Sommer 2021. Er treibt die Geschicke des Unternehmens zwischen Geschäftsführung und operativem Geschäft voran. Auf Basis ihrer neuen Strategie wollen die Emder das Leben der Menschen in ihrer Region verbessern und das fortschrittlichste Stadtwerk im Nordwesten Deutschlands werden.

Woran Projekte scheitern
 
"Ideen entwickeln oder erkennen ist einfach. Unternehmen scheitern in der Regel zu oft daran, Vorhaben auch tatsächlich umzusetzen", sagt Braun. "Mal sind es zu viele Themen gleichzeitig, mal fehlt es an Fokussierung. Ein anderes Mal sind es zu wenig Ressourcen und ein knapp kalkuliertes Budget", so der Strategie-Manager. Seiner Erfahrung nach misslingen Vorhaben aber auch häufig aus einem vermeintlich banaleren Grund: mangelnder Glaubwürdigkeit.

„Glaubwürdigkeit ist vielseitig“, sagt Braun. „Das bedeutet, authentisch zu sein. Sich nicht zu verstellen. Das fängt beim Flurgespräch mit Mitarbeitenden an und hört beim Impulsvortrag im Führungskreis auf – Menschen merken schnell, wenn Sie nicht authentisch sind, Reden und Handeln müssen übereinstimmen.“

Viel Kommunikation nach Innen

Wenn die Unternehmensführung eine Kosteneinsparung von fünf Prozent pro Fachbereich fordert, „dann fangen Sie am besten bei sich selbst an“, rät Braun: vielleicht mal nur eine Weiterbildung, drei Prozent weniger Marketingmaßnahmen und eben keine Beraterleistungen dieses Jahr. Das Credo des Strategie-Managers lautet: vorleben anstatt vorgeben.
 
Die Analyse der Ausgangslage und Befragungen der Mitarbeitenden im Vorfeld hätten gezeigt, dass die Ausrichtung des Unternehmens an einigen Stellen unklar war. „Abstrakte Handlungsfelder helfen den Mitarbeitenden nicht dabei, interne Prozesse zu vereinfachen, eine kundenzentrierte Bestellstrecke zu implementieren oder gesetzliche Anforderungen der Marktkommunikation zu erfüllen“, stellt Braun fest.

Blick auf die Marktentwicklungen

„Unser künftiger Anspruch ist: Jeder Mitarbeitende versteht, welchen Beitrag er oder sie leisten kann, um das Leben der Menschen im Nordwesten zu verbessern und damit auch zu unserem Erfolg der Stadtwerke beizutragen.“ Dafür bedürfe es viel Austausch: gegenseitiges Verständnis schaffen, Hintergründe erläutern, Zusammenhänge aufzeigen, Partizipation fördern.
 
Diesen Aufgaben widmet der Strategie-Manager sich im ersten Jahr. Er verfolgt diese immer unter Einbeziehen der aktuellen Marktentwicklungen. „Es ist eben gerade die Energiebranche, die derzeit eine Reihe von Veränderungen erfährt.“ Energiepreise steigen aktuell rasant. Ist dies ein anhaltender Trend? Mit welchen Auswirkungen werden sich Energiekunden künftig konfrontiert sehen? Wie stark wirken sich die politischen Entwicklungen auf die eigene Stromabrechnung aus?

Antworten auf viele Fragen

Und dazu auch noch der politisch beschlossene schnellere Ausbau der erneuerbaren Energien. Was heißt dies für mich als Verbraucher? Welchen Beitrag leistet mein Energieversorger für mehr Klimaschutz? Das sind Beispiele für Fragen, auf die der Energieversorger Antworten finden muss und bei denen die Unterstützung des Strategie-Managers gefragt ist. (Christina Hövener-Hetz/hp)

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