„Nach Corona, ausgefallenen Veranstaltungen und vielen eher unbeliebten Online-Events steht die betriebliche Weihnachtsfeier in Präsenz wieder hoch im Kurs.“ Das betont Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig.
Gerade das hybride Arbeiten mit mehr Homeoffice verstärke unter Mitarbeitenden den Wunsch nach einem feierlichen Miteinander. Die betriebliche Weihnachtsfeier ist dann eine nette Gelegenheit, sich in einem informellen Rahmen persönlich zu treffen. „Das befriedigt Bedürfnisse nach zwischenmenschlichem Austausch, stärkt den Teamzusammenhalt und verbessert die Unternehmenskultur“, so Zacher.
Stadtwerke Karlsruhe
Die Feier ist demnach ein verbindendes Ritual und spiegelt die gemeinsamen Werte und Überzeugungen eines Unternehmens wider. Und sie ist ein guter Anlass, dem Team seine Wertschätzung für das vergangene Jahr zu zeigen. „Im Idealfall geht die Weihnachtsfeier mit Arbeitszufriedenheit und Verbundenheit einher, welche dann das zukünftige Arbeitsverhalten beeinflussen”, so der Wissenschaftler. Ein gelungenes Fest stellt somit auch die Weichen für das nächste Arbeitsjahr.
Die Feier informell halten
Vorgesetzten gibt Zacher den Tipp, sich auf dem Fest wirklich kurz zu fassen, das gesamte Team zu loben und niemanden explizit hervorzuheben. Besonders erfolgversprechend ist laut der Befragten ein informeller Rahmen. Sie gaben an, sich vor allem ungezwungen unterhalten zu wollen – über die Arbeit und Privates.
Alter und Geschlecht spielten bei den Angaben ebenso wenig eine Rolle wie die Stellung innerhalb der Organisation. Auch der bekannte Rat, es mit dem Alkohol an Weihnachten nicht zu übertreiben, hat sich in Zachers Untersuchungen bestätigt.
Viele kommunale Unternehmen wissen um die Chancen einer gelungenen Weihnachtsfeier. Wir haben bei drei Energieversorgern nachgefragt, wie sie ihr Event jeweils planen:
In Aktion: die Musikgemeinschaft der Stadtwerke
Die Stadtwerken Karlsruhe unterstreichen die Bedeutung der Feier: „Die Phase, in der durch Corona die Weihnachtsfeiern nur durch Zusammenschalten an den Bildschirmen stattfinden konnten, sind zum Glück vorbei: Schon im vergangenen Jahr sind viele der Belegschaft zu einem Weihnachtsabend auf dem Betriebsgelände gekommen. Auch in diesem Jahr findet dieser Weihnachtsabend mit Untermalung der Musikgemeinschaft der Stadtwerke statt - mit Waffeln, Bratwurst und Glühwein im Freien. Eine schöne Stimmung mit Weihnachtsbäumen und Feuerschalen schafft die passende Atmosphäre.“
Darüber hinaus organisieren sehr viele Teams eigene kleine Feiern zur Einstimmung auf Weihnachten. HomeOffice werde gerne genutzt, doch nehme dadurch die Bedeutung von Präsenzveranstaltungen zu, so auch hier die Aussage aus dem Unternehmen: „Die persönliche Begegnung ist ungemein wichtig und schafft durch das Wir-Gefühl ein viel besseres Arbeitsklima.“ Unternehmenskultur zeige sich vor allem im Umgang miteinander.
Zentrales Weihnachtssingen bei SachsenEnergie
Auch für den kommunalen Energieversorger SachsenEnergie hat das Fest vorm Jahresende einen hohen Stellenwert, allerdings setzt man hier stark auf kleinere Gruppen. So wird betont: „Jeder unserer Bereiche kann die Weihnachtsfeier ganz individuell gestalten. Für einige der Teams gehört dabei sicher ein Besuch des Weihnachtsmarktes nach Feierabend dazu. Neben der individuellen Ausgestaltung wird aber auch kurz vor den Feiertagen ein gemeinsames, zentrales Weihnachtssingen von den Mitarbeitenden organisiert.“ Das Singen ist eine Initiative der Beschäftigten selbst aus dem Jahr 2022. Für das Unternehmen sei es wichtig, dass die Mitarbeitenden diese Angebote auch gern nutzen. „Die Verbindung zu Kolleginnen und Kollegen ist eine der wichtigsten Säule von Mitarbeitendenbindung. Mit gemeinsamen Events und einer internen Kampagne unter dem Titel #TeamSachsenEnergie ist der gemeinsame Team-Gedanke gewachsen.“
Hannes Zacher, Professor an der Universität Leipzig
"Stadtwerke Eisvergnügen" als regionales Highlight
Bei den Stadtwerken Elmshorn ist man der Überzeugung: „Ausschließlich mobiles Arbeiten ist sicherlich nicht teamfördernd.“ Somit laden die Stadtwerke ihre Beschäftigten selbstverständlich zu einer Weihnachtsfeier ein. Die Unternehmensgröße von etwas mehr als 245 Mitarbeitenden hat den Vorteil, dass sich alle gemeinsam treffen können.
Die Feier ist auch hier als Dankeschön an die Belegschaft gedacht. „Die Weihnachtsfeier ist ja keine Arbeit! Wir legen Wert auf ein gutes Catering und ungezwungene Unterhaltung. Party und Freude soll im Vordergrund stehen“, so die Aussage.
Auch für Weihnachtsfeiern anderer kommunaler Unternehmen leisten die Stadtwerke Elmshorn einen Beitrag: Beim „Stadtwerke Eisvergnügen“ können sich zum Beispiel Gruppen auf der Open-Air-Eisbahn im Eisstockschießen üben. Somit eine „Weihnachtsfeier on ice“.
Doch bei allen Varianten der Weihnachtsfeiern: Am Ende geht es immer darum, Gemeinschaft zu stärken. Und das geht überall am besten live. (bs)




