Verschiedene Perspektiven ermöglichen zahlreiche Ideen und steigern so das Innovationspotenzial eines Unternehmens. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es für Arbeitgeber zunehmend wichtig, neue Bewerbergruppen in den Blick zu nehmen. Um diese Bemühungen zusammenzuführen, gibt es das Diversity Management. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (Kofa), das speziell kleine und mittelständische Unternehmen berät, hat dazu nun Handlungsempfehlungen herausgebracht.
Diversity, also etwa Arbeitnehmer unterschiedlichen Alters, Geschlechts, unterschiedlicher Nationalität oder auch Familienstands zu berücksichtigen, ist für Unternehmen dabei zunehmend erfolgsentscheidend. So sorge eine offene und tolerant ausgerichtete Personalpolitik für eine größere Arbeitgeberattraktivität, argumentiert das Kofa. Auch fühlten sich Mitarbeiter stärker wertgeschätzt und gleichberechtigt, was zur Mitarbeiterbindung beitrage.
"Gerade kleinere Betriebe setzen Maßnahmen des Diversity Managements schon um, ohne dass sie als solches bezeichnet werden", sagt Corina Christen von der Charta der Vielfalt, einer Selbstverpflichtung von Unternehmen für mehr Diversity. "Aufgrund ihrer Größe und begrenzter Ressourcen sind diese Betriebe oft besonders kreativ darin, für sich passende Maßnahmen zu finden."
Durch Technik wie digitale Assistenzsysteme könnten etwa Menschen, die viele Betriebe bislang nicht im Blick hatten, als Fachkräfte arbeiten. "Je flexibler Unternehmen dem digitalen Wandel folgen können, desto größer ist ihre Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg", so Christen weiter.
Bewusstsein für unterschiedliche Denkweisen
Um ins Diversity Management einzusteigen, könnten Unternehmen etwa gemeinsame Weiterbildungen zu Vielfaltsthemen anbieten, wie zum Thema "unbewusste Vorurteile". "Sie können auch bewusst altersgemischte Teams bilden und so den Wissenstransfer stärken", sagt Christen. "Oder einen Vielfaltskalender aufhängen, der religiöse Feste oder kulturelle Aktionstage enthält, die unterschiedlichen Beschäftigten wichtig sind."
Weiterbildungsangeboten könnten auch Führungskräften dabei helfen, ein Bewusstsein und eine grundlegende Sensibilität für unterschiedliche Denk- und Handlungsweisen zu entwickeln. Auch die Mitarbeitenden könnten durch Schulungen mehr über eine vorurteilsfreie und offene Haltung gegenüber Andersartigkeit lernen.
Diversity als Unternehmenswert
Das Kofa rät außerdem dazu, Vielfalt als Wert des Unternehmens zu definieren. So könnten Arbeitgeber mit der Belegschaft oder je nach Unternehmensgröße mit zufällig ausgewählten Mitarbeitenden diskutieren, was Vielfalt für das jeweilige Unternehmen bedeutet.
Mit dem Dialog soll eine Basis für das Verständnis und die Akzeptanz von Vielfalt geschaffen werden. Dabei sei wichtig, dass alle Führungskräfte eine Vorbildrolle einnehmen und Vielfalt im Alltag positiv erlebbar machen. Dazu könnte Diversity zum Beispiel als Kompetenz in Mitarbeitergesprächen integriert werden. (jk)



