Hamburger peilt Klimaneutralität bis 2040 an.

Hamburger peilt Klimaneutralität bis 2040 an.

Bild: © Kara/AdobeStock

Hamburg hat einen Wärmeplan. Die Hansestadt will bis 2040 klimaneutral sein und ein wesentlicher Hebel dafür ist die Umstellung der Wärmeversorgung. Nach Angaben des Hamburger Senats sollen künftig 57 Prozent des Wärmebedarfs über zentrale Netze wie die Fernwärme gedeckt werden.

Die restlichen 43 Prozent, die aber 78 Prozent des gesamten Gebäudebestandes ausmachen, sollen laut dem Hamburger Wärmeplan dezentral mit Wärme versorgt werden - mit Wärmepumpen als "Mittel der Wahl", wie Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne), von DPA zitiert wird.

Der Plan bildet die Grundlage für das Erreichen der nach dem erfolgreichen Volksentscheid schon bis 2040 angepeilten Klimaneutralität der Stadt. Über interaktive Karten im Wärmeportal Hamburg wird gebäudescharf gezeigt, welche Art der Wärmeversorgung empfohlen wird.

Mit dem Beschluss des Wärmeplans kommt der Senat einem entsprechenden Bundesgesetz nach. Der Plan sei eine rechtlich zwar unverbindliche, aber strategisch wichtige Weichenstellung, sagte Fegebank. "Weil die Leute natürlich verlässlich wissen müssen, woran sie sind: Kommt die Fernwärme oder muss ich auf eine Wärmepumpe setzen." Ein Zwang erwachse aus dem Plan aber nicht.

Die Wärmenetze werden im Zielszenario vor allem für zentrumsnahe Gebiete und solche mit vielen Mehrfamilienhäusern ausgewiesen. Deshalb machen diese Gebiete zwar deutlich mehr als die Hälfte des Wärmebedarfs der Stadt aus, aber mit 22 Prozent nicht einmal ein Viertel ihres Gebäudebestandes. Am weniger bevölkerungsreichen Stadtrand sind häufig nur dezentrale Lösungen möglich.

Große Aufgaben vor der Brust

Um die Klimaneutralität zu erreichen, müssen laut Plan bis 2040 rund 221.000 Gebäude in Hamburg eine "zielkonforme Wärmeversorgung" haben - 21.000 über Wärmenetze, 200.000 über eine dezentrale Lösung, die ohne fossile Energieträger auskommt.

Im vergangenen Jahr lag der Anteil der mit fossilen Energieträgern erzeugten Wärme in der Stadt noch bei 83 Prozent. Bis 2030 soll er auf 57 und bis 2035 auf 30 Prozent sinken.

Äußerst kritisch äußerte sich die Umweltsenatorin zur Energiepolitik der schwarz-roten Bundesregierung, die sie als Rollback bezeichnete. In Berlin werde suggeriert, "man eröffnet allen die absolute Freiheit in der Wahl der richtigen Heizmöglichkeit", sagte sie. "Bürgerinnen und Bürger hochgradig zu verunsichern und in eine Kostenfalle zu locken, halten wir für problematisch."

Hamburg will durch eine Länderöffnungsklausel im geplanten Gebäudeerneuerungsgesetz erreichen, auch künftig beim Heizen Anforderungen an die Nutzung erneuerbarer Energien vorgeben zu können. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will Eigentümern hingegen bei der Wahl der Heizungsoption wieder Entscheidungsfreiheit geben.

Die Preisanstiege nach Beginn des Iran-Krieges hätten gezeigt, "was die Abhängigkeit von fossilen Energien tatsächlich kostet", sagte Fegebank. Dass viele Bürger dies berücksichtigten, zeige die steigende Zahl neu angemeldeter Wärmepumpen.

Anstieg bei Wärmepumpenanmeldungen

Fegebank sprach von einem "Momentum" das die Stadt bei den Wärmepumpen gerade erlebe, "weil die Kurve steil nach oben führt." Mitte Mai habe ihre Zahl bei 10.000 gelegen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der neuen Anlagen mehr als verdoppelt. Wurden in den ersten fünf Monaten 2025 noch 487 neue Wärmepumpen bei den Hamburger Energienetzen (HNE) angemeldet, waren es in diesem Jahr im gleichen Zeitraum bereits 1214, wie eine Schriftliche Kleine Anfrage aus der Grünen-Bürgerschaftsfraktion ergab.

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