Stadtwerke Osnabrück profitieren erstmals im vollen Umfang von der Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt.

Stadtwerke Osnabrück profitieren erstmals im vollen Umfang von der Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt.

Bild: © Stadtwerke Osnabrück

Die Stadtwerke Osnabrück haben 2025 mit einem Jahresüberschuss von rund 21,5 Millionen Euro ein Ergebnis über den Erwartungen erzielt. Der Versorger setze damit seinen Kurs der finanziellen Stabilisierung im weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld fort, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Osnabrück, Daniel Waschow, im Gespräch mit der ZFK.

Nach einem negativen Konzernergebnis 2022 in Höhe von 4,5 Millionen Euro zeigt der umfangreiche Strategiewechsel Wirkung. Auf plus 6,7 Millionen Euro im Jahr 2023 folgte eine Steigerung auf 14,1 Millionen Euro im Jahr 2024 und nun ein beachtlicher Jahresüberschuss von 21,5 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025.

Ergebnis "über Plan"

Waschow führt diesen Wert deutlich "über Plan" auch auf die Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt Osnabrück zurück. Demnach müssen die Stadtwerke die Verluste aus den defizitären Sparten ÖPNV und Bäder nicht übernehmen und erhalten darüber hinaus von der Stadt jährlich 15 Millionen Euro zur Stärkung der Eigenkapitalquote. Seit dem Vorjahr 2024 ist sie damit von 20 auf 23 Prozent gewachsen, ergänzt Dirk Eichholz, Finanzvorstand der Stadtwerke Osnabrück. Dies erleichtere den Zugang zum Fremdkapital zu besseren Konditionen und stärke die Handlungsfähigkeit des Unternehmens, sagte er der ZFK.

Vereinbarung mit der Stadt

2025 sei das erste volle Geschäftsjahr, in dem diese Vereinbarung Anwendung findet. Bereinigt um diese Effekte würden die Stadtwerke unter einer "schwarzen Null" landen, was aber immer noch ein Wert sei, der "deutlich über Planungen" stehe. Die im Jahr 2024 geschlossene Vereinbarung zum Verlustausgleich hat eine Laufzeit von zehn Jahren, zeigt aber bereits jetzt positive Wirkung.

Doch auch operativ sei das Unternehmen auf einem richtigen Weg, erläuterte Finanzvorstand Eichholz. Intern habe die Unternehmensspitze zudem für Effizienz und zusätzliche Motivation unter den Beschäftigten geworben. "Das ist ausdrücklich kein Effizienzprogramm und kein Stellenabbau", betonte Waschow, auch wenn das Unternehmen gegen einen Personalaufbau gearbeitet habe. Unter dem Strich hatte dieser Aufruf einen sehr positiven Einfluss auf das Ergebnis: "Wir haben etwas über sechs Millionen als zusätzlichen Ergebnisbeitrag generiert", so Eichholz.

Hohes Investitionsniveau

Im Jahr 2025 haben die Stadtwerke 112 Millionen Euro investiert. Die Schwerpunkte bildeten die Modernisierung und der Ausbau der in die Jahre gekommenen Trinkwasserinfrastruktur, der Glasfaserausbau sowie der bedarfsgetriebene Stromnetzausbau. Spätestens nach dem Beschluss des kommunalen Wärmeplans ist klar, dass auch die Investitionen in Wärmenetze einen wesentlichen Anteil der Finanzmittel verschlingen würden.

Damit das Niveau der Investitionen nicht stagniert und sogar steigt, müssen die Stadtwerke viele Optionen "auch abseits der klassischen Finanzinstrumente" prüfen. Der dabei entstehende Blumenstrauß sei groß, so Eichholz. Dazu zählt er neben kurz- und langfristigen Bankenfinanzierungen auch Schuldscheindarlehen und geförderte Darlehen. Die Kommune als Finanzierungsanker spiele dabei eine ebenso wichtige Rolle: Bereits jetzt nehme man eine Konzernfinanzierung in Anspruch.

Beim Thema Privatfinanzierung äußert sich der Finanzvorstand zurückhaltend. Es brauche "Adapter" – weshalb die Hoffnung eher auf strukturierenden Lösungen wie Deutschlandfonds und KfW-Konstruktionen liege.

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