Die diesjährigen Gewinner des Stadtwerke-Awards sind die Energienetze Hamburg, (4. und 5. von links) die Stadtwerke Saarbrücken Netz (6. und 7. von links) und die Stadtwerke Feuchtwangen (2. und 3. von rechts).

Die diesjährigen Gewinner des Stadtwerke-Awards sind die Energienetze Hamburg, (4. und 5. von links) die Stadtwerke Saarbrücken Netz (6. und 7. von links) und die Stadtwerke Feuchtwangen (2. und 3. von rechts).

Bild: © VKU Service/Jonathan Goepfert

Die Gewinner des Stadtwerke-Awards 2026 stehen fest: Im Rahmen des VKU-Stadtwerkekongresses wurden sie ausgezeichnet. Den ersten Platz belegten die Stadtwerke Feuchtwangen mit ihrem regionalen Dekarbonisierungskonzept. Rang zwei erreichte das Konsortium aus der Stadtwerke Saarbrücken Netz und dem Spin-off Greenventory für eine Algorithmen-basierte Infrastrukturplanung. Platz drei ging an die Hamburger Energienetze für die Open-Source-Datenplattform "Gridlytics". Prämiert wurden Projekte, die Praxisnähe, Innovationskraft und hohe Übertragbarkeit verbinden und damit wichtige Impulse für die Energiewirtschaft setzen, heißt es in der Pressemitteilung

    "Der Erfolg der Energiewende und der Transformation unserer Infrastruktur entscheidet sich zu einem großen Teil durch regionale Projekte, denn dort findet die Energiewende statt", betonte Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerkekooperation Trianel, der diesen Preis initiiert hat. "Die Siegerprojekte machen deutlich, dass Stadtwerke längst weit mehr leisten als die klassische Strom-, Gas- und Wasserversorgung. Mit digitalen Innovationen und intelligenten Dekarbonisierungslösungen entwickeln sie Konzepte mit Vorbildcharakter für die gesamte Branche."

    Regionale Projekte, langfristige Investitionen

    Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), hob die Bedeutung langfristiger Investitionen hervor: "Gerade in Zeiten knapper kommunaler Kassen und tiefgreifender Veränderungen in der Energieversorgung braucht es Mut und Weitsicht. Die diesjährigen Sieger zeigen, wie wirtschaftliche Vernunft und struktureller Wandel erfolgreich zusammenwirken können."

    Der Stadtwerke-Award wird seit 2010 einmal jährlich vergeben, seit 2016 auf dem VKU-Stadtwerkekongress gemeinsam mit der VKU-Akademie und der ZFK.

    Dekarbonisierung der Region Feuchtwangen

    Mit dem Projekt "Dekarbonisierung der Region Feuchtwangen" gewinnen die Stadtwerke Feuchtwangen den ersten Platz. Auf Basis einer gemeinsam mit der Hochschule Ansbach und der Siemens AG erstellten Studie wollen sie die Strom- und Wärmeversorgung der Region bis 2035 weitgehend dekarbonisieren. Das Konzept verbindet 24 Megawatt (MW) an PV-Freiflächenanlagen, einen 10-MW/20-MWh-Großbatteriespeicher, Flächen für 21 Windkraftanlagen und einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 5 MW mit Abwärmenutzung. Das fränkische Stadtwerk beweist mit dem Vorhaben, wie auch im ländlichen Raum dank Kooperation und regionaler Wertschöpfung die Dekarbonisierung einer Region auf den Weg gebracht werden kann, heißt es in der Begründung der Jury.

    Algorithmen für effizientere Infrastrukturinvestitionen

    Den zweiten Platz sicherte sich das Konsortium aus der Stadtwerke Saarbrücken Netz und dem Fraunhofer-Spin-off Greenventory. Die Partner schufen einen digitalen Zwilling, der spartenübergreifend Daten harmonisiert und visualisiert. Ein eigens entwickelter Algorithmus berechnet Priorisierungs-Scores für Netzerneuerungen. Die Verknüpfung von Strom-, Gas- und Fernwärmenetzplanung mit der kommunalen Wärmeplanung bündelt Tiefbaumaßnahmen, vermeidet Mehrfachaufbrüche und setzt Kapital dort ein, wo es die höchste Wirkung erzielt.

    Gridlytics: Offene Datenplattform für Netze

    Platz drei ging an die Hamburger Energienetze für ihr Projekt "Gridlytics“. Das Unternehmen hat eine zentrale, vollständig quelloffene Netzdatenplattform im eigenen Rechenzentrum aufgebaut. Sie bündelt Daten aus IT und OT in einem einheitlichen Netzdatenmodell und macht Zeitreihen für Visualisierungen, Reportings, Alerting sowie KI-basierte Prognosen nutzbar. Der Verzicht auf proprietäre Herstellersysteme sichert Daten- und Technologiesouveränität und spart Lizenz- und Pflegekosten. Vereinfachte Planung, optimierte Instandhaltung und schnellere Netzintegration erneuerbarer Energien machen das Projekt zum Vorbild für Verteilnetzbetreiber.

    Weitere Informationen zum Stadtwerke-Award finden Sie hier.

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