Die Stadtwerke Osnabrück berichten nach CSRD-Standard.

Die Stadtwerke Osnabrück berichten nach CSRD-Standard.

Bild: © Stadtwerke Osnabrück

Die Stadtwerke Osnabrück haben ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht nach den Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) vorgelegt. Dabei haben die Stadtwerke ihre Berichterstattung nun frühzeitig strategisch und digital aufgesetzt.

"Obwohl für das kommunale Unternehmen keine gesetzliche Verpflichtung besteht, wurden die Weichen frühzeitig gestellt, um Nachhaltigkeit systematisch zu erfassen, zu steuern und transparent zu machen", heißt es von den Stadtwerken aus Niedersachsen.

"Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unseres Selbstverständnisses als kommunales Stadtwerk", erklärt der Osnabrücker Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Daniel Waschow. "Wir übernehmen Verantwortung und machen unsere Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft transparent – unabhängig davon, wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln." Mit der Entscheidung, den Nachhaltigkeitsbericht bereits jetzt vorzulegen, wollen die Stadtwerke das Vertrauen von Investoren, Geschäftspartnern und der Gesellschaft sichern.

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Eine eigene digitale Plattform als Basis 

Den Nachhaltigkeitsbericht für 2025 haben die Stadtwerke im Rahmen eines interdisziplinären Projekts unter der Leitung von Projektleiter Agon Ukiqi erstellt. In enger Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister LM IT Services entwickelten diese eine maßgeschneiderte digitale Lösung. Dafür haben sie mit der Microsoft PowerApp eine Plattform erstellt, die das Berichtswesen entlang der CSRD-Logik strukturiert.

Quantitative Datenpunkte werden automatisiert erfasst, zentral ausgewertet und in bestehende Prozesse integriert. Parallel werden sämtliche relevante Emissionsdaten – von Scope 1 über Scope 2 bis perspektivisch Scope 3 – in einem Power BI-Dashboard zusammengeführt. Auf Basis dieser strukturierten Datenerhebung bildet der Bericht die Nachhaltigkeitsleistung entlang der drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales ab – und macht sie erstmals konzernweit vergleichbar und steuerbar. 

Nachhaltigkeitsperformance erstmals systematisch abgebildet 

Zu den konkreten Ergebnissen zählt laut den Osnabrückern insbesondere der Fortschritt bei der Dekarbonisierung operativer Bereiche. So sei die Busflotte der Stadtwerke-Tochter SWO Mobil seit Herbst 2025 zu 94 Prozent elektrisch unterwegs. Seit Betriebsstart der ersten E-Busse in 2019 konnten so bis Ende vergangenen Jahres insgesamt 10.200 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Zur Elektrifizierung der E-Bus-Flotte gibt es eine aktuelle ZFK Podcast Folge.

Gleichzeitig zeige sich die zunehmende Nutzung der Ladeinfrastruktur: An den rund 300 Ladesäulen der Tochtergesellschaft OPG wurden etwa 2,1 Millionen Kilowattstunden Ökostrom geladen. Im Hafen konnte durch die Tochtergesellschaft EHB der Dieselverbrauch durch den Einsatz von Hybridloks um 42 Prozent reduziert werden. 

Der Bericht soll als Steuerungsinstrument dienen

Neben der externen Transparenz diene die konzernweite Nachhaltigkeitsberichterstattung vor allem als internes Managementinstrument, erklärten die Stadtwerke. Die strukturierte Datenbasis ermögliche es, Zielkonflikte – etwa zwischen Investitionen in Versorgungssicherheit und kurzfristigen Emissionseffekten – sichtbar zu machen und fundiert zu steuern. "Nachhaltigkeitsberichterstattung ist für uns weit mehr als eine regulatorische Aufgabe. Sie ist ein zentrales Instrument, um wirtschaftliche Tragfähigkeit, ökologische Ziele und gesellschaftliche Verantwortung miteinander in Einklang zu bringen", erklärt Finanzvorstand Dirk Eichholz. 

Um den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen, arbeiteten die Stadtwerke Osnabrück bereits an einem Transitionsplan. Dieser definiert die konkreten Ziele, Maßnahmen und Meilensteine zur schrittweisen Reduzierung der Treibhausgasemissionen und orientiert sich dabei an den wissenschaftsbasierten Anforderungen der Science Based Targets initiative (SBTi). 

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