Bild: Thaut Images/AdobeStock

Am 25. Mai ist es soweit. Dann gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO). Die Umsetzung zum Stichtag wird nicht bei allen betroffenen Unternehmen reibungslos erfolgen. Das ist das Fazit einer aktuellen Umfrage (zwischen März und April 2018) des Bundesverbands der Energiemarktdienstleister BEMD. Ziel war es, den aktuellen Stand zur DSGVO sowie deren Umsetzung bei Energieversorgern und Mitgliedern des BEMD zu ermitteln.

Demnach bedeutet die Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten erhebliche Herausforderungen. Die befragten Unternehmen sind mit dem Thema befasst, es herrscht allerdings noch viel Unsicherheit. Die DSGVO wird eher als unliebsames Thema bewertet.

Nicht alle fühlen sich von DSGVO angesprochen

Die Notwendigkeit der Umsetzung sei zwar nahezu jedem Befragungsteilnehmer bekannt und die Konsequenzen bewusst. Es habe aber auch einige gegeben, die sich von der DSGVO "nicht wirklich angesprochen fühlen". Als Gründe nannten sie: ein sehr kleines Unternehmen zu sein, personenbezogenen Daten im Haus zu verarbeiten und bis Mai nicht alles umsetzen zu können. Insgesamt scheinen die Energieunternehmen den Energiemarktdienstleistern hier einen Schritt voraus zu sein.

Rund ein Viertel der Unternehmen berichteten dem BEMD, die DSGVO vorzubereiten, umzusetzen und einzuhalten. Der größte Teil steckt allerdings aktuell in der Konzeption, Umsetzung und Realisierung. Bei einem Drittel gibt es entsprechend der DSGVO Regeln zum Erheben, Bearbeiten, Weiterleiten, Sperren oder Löschen von Beschäftigtendaten. In nahezu allen anderen Unternehmen sind entsprechende Regelungen aktuell in Arbeit. Die komplette Umsetzung habe bislang aber kein Unternehmen abgeschlossen, was auch der Komplexität des Themas geschuldet sei.

Fast die Hälfte macht eine Risikoanalyse

Konkret führen 50 Prozent der Befragten eine Risikoanalyse durch für noch nicht umgesetzte Anforderungen der DSGVO. Bei 29 Prozent erfolgt dies teilweise und 21 Prozent erachten sie als nicht nötig.

Zur Schärfung des Bewusstseins in den Unternehmen führen mehr als 95 Prozent Schulungen ihrer Mitarbeiter durch; ebenso sind – teilweise externe – Datenschutzbeauftragte in fast allen Unternehmen involviert. Eine Unternehmensrichtlinie zur Verarbeitung von Beschäftigtendaten auf mobilen Endgeräten liegt in knapp der Hälfte der Unternehmen vor. Allerdings wirke die Schilderung dieser Leitlinien vielfach nicht umfangreich, sondern auf Einzelaspekte fokussiert, wie etwa auf den Verlust mobiler Endgeräte.













Personenbezogene Daten im Fokus

Größtes Augenmerk liegt auf den Bereichen der kunden- und mitarbeiterbezogenen Daten. Dies schlägt sich im Stand der Umsetzung des Schutzes personenbezogener Daten nieder, diese sind im Bereich der kundenbezogenen Daten am weitesten fortgeschritten. Externe Unterstützung wird nur zum Teil in den befragten Unternehmen in Anspruch genommen. Am häufigsten werden dabei juristische Beratung und externe Datenschutzbeauftragte – wenn kein interner Beauftragter vorhanden ist – eingesetzt. (sg)

 

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