In Deutschland sind aktuell weniger als sechs Prozent aller Zähler digital. Von insgesamt rund 54,1 Millionen gemeldeten Messstellen sind an knapp 3,2 Millionen bereits intelligente Messsysteme (iMSys) verbaut. Das enstpreche einer Quote von 5,9 Prozent, teilte die Bundesnetzagentur mit (Stand Juni 2026). Der Anteil bezieht sich auf alle Messlokationen, nicht nur auf Pflichteinbaufälle. Bei Letzteren betrage die Ausstattungsquote 26,1 Prozent, erklärte die Behörde auf Nachfrage.
Müller: Rollout geht bundesweit voran
Die Bundesnetzagentur wertet die Zahlen positiv. "Nach Eröffnung von Aufsichtsverfahren sehen wir nun, dass es bundesweit mit dem Rollout voran geht", sagte Präsident Klaus Müller. Er betont in der Mitteilung zudem: Entscheidend sei nicht nur der Einbau, sondern dass die Geräte Viertelstundenwerte "zuverlässig erfassen und übermitteln" – erst dann entfalte sich der Nutzen für Verbraucher:innen, Netzbetreiber und die Energiewende insgesamt, so Müller.
Die jetzt veröffentlichten Zahlen bilden nicht ab, ob Messstellenbetreiber ihre gesetzlichen Pflichten erfüllen. Die Einbaupflichten nach Messstellenbetriebsgesetz zielen auf definierte Fallgruppen und liegen bei einem Jahresstromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden (kWh) vor. Als Zwischenziel mussten Betreiber mindestens 20 Prozent davon bis Ende 2025 mit iMSys ausgestattet haben.
Außerdem zählt das Energiewirtschaftsgesetz unter anderem Messstellen mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpe oder Wallbox sowie bestimmte Erzeugungsanlagen zu den Pflichtfällen. Daneben gibt es zahlreiche Messpunkte ohne Pflicht zum iMSys-Einbau.
Viele haben noch nicht geliefert
Seit März 2026 hat die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben Aufsichtsverfahren gegen 434 Unternehmen eingeleitet, die die 20‑Prozent‑Quote nicht erfüllt haben. Bei 77 Unternehmen habe die Quote demnach bei null Prozent gelegen.
150 Verfahren seien dagegen inzwischen eingestellt worden – etwa weil die Quote zwischenzeitlich erreicht wurde oder die Grundzuständigkeit übertragen wurde.
Zugleich muss die Behörde ältere Zahlen korrigieren: In den Gesamtzahlen zum Stichtag 31. Dezember 2025 seien Mehrfachzählungen aufgefallen, räumt sie ein. Etwa wenn Messlokationen gleichzeitig mehrere Pflichtkriterien erfüllten, so zum Beispiel eine PV-Anlage mit mehr als 7 Kilowatt Leistung sowie einen Verbrauch von mehr als über 6000 kWh.
Laufende Verfahren unberührt
Unter Berücksichtigung dessen beziffert die Bundesnetzagentur den Zuwachs im ersten Halbjahr 2026 auf rund 765.000 iMSys, was einem Plus von 1,5 Prozentpunkten bezogen auf alle Messlokationen entspreche. Sie betont: Die Quoten, die Grundlage der laufenden Aufsichtsverfahren sind, seien davon nicht betroffen.
Im Pflichtsegment erfüllten die Messstellenbetreiber im Durchschnitt zuletzt die gesetzliche Zielmarke – zugleich leitete die Bundesnetzagentur Ende 2025 Verfahren gegen 77 grundzuständige Messstellenbetreiber ein, die bis dahin noch kein einziges iMSys installiert hatten.
Neue Systematik geplant
Mit Blick nach vorn verweist die Bundesnetzagentur darauf, dass sich die Steuerung des Rollouts verschiebt: Künftig sollen "Zeitraumquoten" maßgeblich sein. Das übergeordnete Ziel bleibt, dass spätestens bis 2032 90 Prozent der Pflichteinbaufälle mit intelligenten Messsystemen beziehungsweise iMSys und Steuerungseinrichtungen ausgestattet werden.
Der Rollout läuft aus Sicht vieler Akteure und Verbände zu langsam und müsse schneller werden. Smart Meter gelten als Voraussetzung für flexible beziehungsweise zeitvariable Tarife und für neue Geschäftsmodelle. Gleichzeitig soll die Technik helfen, das Energiesystem effizienter zu fahren – indem Verbrauch stärker in Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung verlagert wird.
Die Bundesregierung will den Rollout nun auch mit einem sogenannten Smart-Meter-light anschieben. Das Konzept ist in der Branche jedoch umstritten.