Eine sichere Kommunikationsplattform wie sie die 450-Mhz-Frequenz bereit stellen könnte, ist nach Ansichten des Beirats izentrale Voraussetzung für eine langfristig sichere Energieversorgung.

Eine sichere Kommunikationsplattform wie sie die 450-Mhz-Frequenz bereit stellen könnte, ist nach Ansichten des Beirats izentrale Voraussetzung für eine langfristig sichere Energieversorgung.

Bild: © pickup/AdobeStock

„Die Energiewende und die Dezentralisierung führen zu deutlich komplexeren Strukturen in unserer künftigen Energieversorgung“, sagt Joachim Pfeiffer, Vorsitzender des Beirats. „Für eine sichere Steuerung wird dabei eine digitale Vernetzung von Millionen von Stromerzeugern und Stromverbrauchern benötigt. Die Nutzung einer sicheren Kommunikationsplattform ist damit eine zentrale Voraussetzung für eine langfristig sichere Energieversorgung“ so Pfeiffer weiter.

Schwarzfallfeste bundesweite Kommunikationslösung

Der Beirat stellte in seiner heutigen Sitzung fest, dass die Energiewirtschaft zur Sicherung der Energieversorgung und zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende langfristig dringend eine sichere, schwarzfallfeste und bundesweit verfügbare Kommunikationslösung benötigt.

Von den derzeit verfügbaren Kommunikationslösungen, die zur Anwendung in kritischen Infrastrukturen wie dem Energiesektor marktreif sind, zeige die Nutzung einer Funklösung auf Basis der 450-MHz-Frequenz die besten Ergebnisse.

Inzwischen fordern konkurrierend auch die Nutzergruppen aus dem Geschäftsbereich „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und Bundeswehr“ eine exklusive Nutzung dieser Frequenzen.

Die Einlassung des Beirats ist zwar wichtig, entscheiden über die Frequenzvergabe wird aber die Bundesregierung. Außerdem muss der Bundesrat zustimmen. Da sich abzeichne, dass die Bundesministerien sich nicht einigen, werde wohl das Bundesverkehrsministerium einen Vorschlag erstellen und das Kanzleramt auswählen, über welchen Vorschlag das Kabinett entscheiden wird, teilte ein Branchenexperte der ZfK mit.

Neuordnung Frequenzen 2020 durch die Bundesnetzagentur

Der Beirat hält es für zwingend erforderlich, dass der Bereich der Energieversorgung als wesentlichen Bestandteil der Daseinsvorsorge und damit auch als kritische Infrastruktur anerkannt wird. Er spricht sich mit Nachdruck dafür aus, dass der Energiewirtschaft auch nach 2020 die erprobte sichere Kommunikationslösung auf Basis der 450-MHz-Funktechnik weiterhin zur Verfügung steht.

450 MHz effiziente Lösung

Der Verband BDEW begrüßt es, dass der Beirat der Bundesnetzagentur sich für eine Vergabe der 450MHz-Frequenz an die Energie- und Wasserwirtschaft ausspricht. "Die Anforderungen der Energiewirtschaft können am besten in einem exklusiven Funknetz im Frequenzbereich von 450 MHz erfüllt werden. Ein solches Funknetz bietet aufgrund der Frequenzeigenschaften die notwendige Gebäudedurchdringung und erfordert zudem verhältnismäßig wenig Antennenstandorte in der Fläche. Dadurch ist es im Vergleich zu anderen Funknetzen nicht nur technisch besser geeignet, sondern lässt sich auch deutlich einfacher und kostengünstiger errichten und betreiben", erklärte dazu Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. (sg)

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