In Flensburg soll in den kommenden Jahren eine hochmoderne Glasfaser-Infrastruktur bis in die Wohnungen aufgebaut werden.

In Flensburg soll in den kommenden Jahren eine hochmoderne Glasfaser-Infrastruktur bis in die Wohnungen aufgebaut werden.

Bild: © Karsten/AdobeStock

Von Pauline Faust

Die insolvente Breitband Nordhessen (BNG) kann ihr Glasfasernetz verkaufen: Die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) erwirbt das Glasfasernetz des sich seit Januar 2024 in einem Eigenverwaltungsverfahren befindenden Unternehmens.

Fünf Landkreise in Nordhessen hatten die BNG 2014 gegründet, um den Breitbandausbau vor Ort voranzutreiben. Der FTTC-Ausbau (Glasfaserausbau bis zu den Kabelverzweigern) wurde 2019 erfolgreich abgeschlossen, die Einnahmen aus der Verpachtung des Netzes reichten jedoch nicht aus, das Unternehmen machte laut Handelsregister Verluste. Im schwächsten Jahr waren es fünf Millionen Euro.

Die Darlehen der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, die rund 143 Millionen Euro mit Bürgschaft des Landes für die Investition in die Infrastruktur zur Verfügung gestellt hatte, sind nun laut dem Insolvenzverwalter Teil der Insolvenzforderungen. Die Forderungen beliefen sich auf einen "höheren zweistelligen Millionenbetrag", berichtete zuletzt die Lokalzeitung HNA. In einem zweiten Anlauf konnte die BNG nun ihr Glasfasernetz veräußern.

KVV war bereits Pächter des Netzes

Mit Verkauf gehen Eigentum und Betrieb des regionalen FTTC-Netzes künftig in die Hand der KVV über. Die KVV ist über ihre Tochtergesellschaft Netcom Kassel bereits Betreiber des Netzes und übernimmt künftig auch als Eigentümer Verantwortung für die Breitbandversorgung in Nordhessen. Diese Bündelung schaffe Stabilität für die Netcom Kassel und sichert die Zukunft für das Unternehmen und seine Kundinnen und Kunden, so die KVV.

"Wir freuen uns, dass wir uns im Bieterprozess durchsetzen konnten und künftig sowohl Eigentum als auch Betrieb des Netzes verantworten", sagt Carsten Harkner, Geschäftsführer der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH.

Grundsätzlich würden bezüglich der weiteren Entwicklung des Netzes noch weitere Betrachtungen angestellt werden, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage zu den Plänen der KVV.  Zum jetzigen Zeitpunkt läge die Geschäftsausrichtung der KVV darin, den anderen Anbietern im Netzgebiet den Zugang zu Vorleistungsprodukten zur Verfügung stellen, damit diese ihren beabsichtigten und teilweise bereits geplanten FTTH-Ausbau weiter vorantreiben können.

Das Netz der BNG besteht aus 2200 Kilometern Glasfasertrasse, an die rund 1400 Kabelverzweiger angebunden sind. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

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