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Bild: © CSschmuck/AdobeStock

Glasfaser für alle bis 2030: Die Bundesregierung hat ihre Ziele für den flächendeckenden Ausbau der zukunftsfähigen digitalen Infrastruktur in der Gigabitstrategie hochgesteckt. Wie es um den Glasfaserausbau steht, zeigt die Breko-Marktanalyse 2022 des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko).

Studienleiter und Wirtschaftswissenschaftler Jens Böcker sieht auch seit der letzten Erhebung der BREKO Marktanalyse im Juli 2021 signifikante Fortschritte beim Glasfaserausbau: „Mit 4,4 Millionen neuen (Homes Passed) Glasfaseranschlüssen seit Ende 2020 haben die Netzbetreiber im Jahr 2021 und in der ersten Hälfte des Jahres 2022 das Ausbautempo forciert.“ 

Insgesamt haben damit 12,7 Mio. Haushalte einen Glasfaseranschluss. Das entspricht rund 26 Prozent. „Ähnlich entwickelt sich auch die Nachfrage. Fast jeder zweite Haushalt, der einen Glasfaseranschluss buchen kann, nutzt bereits diese Chance“, so Böcker. Diese Zahlen würden darüber hinaus unterstreichen, dass Deutschland im europäischen Vergleich Anschluss gefunden hat.“

Stadtwerke und alternative Netzbetreiber sind der Motor

Den größten Teil dieser Anschlüsse realisieren mit 8,8 Millionen und 71 Prozent die alternativen Netzbetreiber, also die Wettbewerber der Deutschen Telekom. Mit seinem Wachstum an Glasfaseranschlüssen liegt Deutschland europaweit auf dem dritten Platz nach Frankreich und Großbritannien. Die Investitionen in die digitale Infrastruktur sind im Jahr 2021 auf insgesamt 11 Milliarden Euro. Hier sind ebenfalls die alternativen Netzbetreiber weiter vorne. Ihre Investitionen in Höhe von 6,5 Milliarden entsprechen 59 Prozent des gesamten Investitionsvolumens.

Ziel ist erreichbar, aber…

Die Prognose für den weiteren Ausbau – und damit für die Zielerreichung der von der Bundesregierung gesetzten Glasfaserziele – ist zwar grundsätzlich positiv, bleibt allerdings laut dem Verband risikobehaftet. 
Für das Jahr 2025, für das die Bunderegierung das Ziel ausgegeben hat, 50 Prozent der Haushalte und Unternehmen mit Glasfaser zu versorgen, prognostiziert die Breko Marktanalyse 2022 eine Abdeckung von 40 bis 53 Prozent. 

Dazu sagt Breko-Präsident Norbert Westfal: „Die aktuell durch die weltpolitische Lage schwierige Situation betrifft auch die am Glasfaserausbau beteiligten Unternehmen. Preissteigerungen, Lieferengpässe und Fachkräftemangeltreffen nicht nur die Bürgerinnen und Bürger. Sie sind auch beim Ausbau deutlich spürbar.“ Der Verbandspräsident ist sich dennoch sicher, dass die Ziele erreichbar seien. „Dafür brauchen wir aber die Unterstützung von der Politik in Bund, Ländern und Kommunen, um gemeinsam die Voraussetzungen für einen schnellen Ausbau zu schaffen und bestehende Hürden gezielt und schnell abzubauen.“

Der Breko spricht sich für Fördermaßnahmen aus, aber nur, dort, wo keine Wirtschaftlichkeit für den Ausbau besteht.  „In diesem Zusammenhang setzen wir weiter große Erwartungen in die von der Bundesregierung beauftragte Potenzialanalyse. Darüber hinaus steht auch die Beschleunigung und Digitalisierung der Genehmigungsverfahren weiter ganz oben auf der Prioritätenliste“, sagt Westfal. 

Schleswig-Holstein weiter „Glasfaser-Bundesland“

Unangefochten an der Spitze beim Stand des Glasfaserausbaus in den Bundesländern steht Schleswig-Holstein. Mit einer Glasfaserquote von 61 Prozent liegt das „Glasfaser-Bundesland“ knapp vor Hamburg mit einer Glasfaserabdeckung von 59 Prozent. Sachsen-Anhalt liegt mit 33 Prozent auf dem dritten Rang. 

Bundesweit sind zwischen den Bundesländern starke Unterschiede beim Ausbaustand zu beobachten, was neben den regionalen Besonderheiten vor allem auf die stark variierenden Rahmendbedingungen in den Ländern zurückzuführen ist. Das Schlusslicht bildet mit einer Glasfaserabdeckung von 10 Prozent Berlin.

Daher stammen die Daten

Neben Daten von über 230 im BREKO organisierten Netzbetreibern stützt sich die BREKO Marktanalyse 2022 auf Ausbauzahlen aller relevanter, am Glasfaserausbau in Deutschland beteiligter, Unternehmen, sodass sie eine umfassende Gesamtanalyse zum Glasfaserausbau in Deutschland darstellt. Neu ist in diesem Jahr die Erhebung von Ausbauzahlen der ersten beiden Quartale im Veröffentlichungsjahr der Studie sowie die Angabe von Glasfaserzahlen für die deutschen Bundesländer. (gun)

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