Kommt genug durch? Übetragungsantennen für den derzeit aktuellen 4G-Standard.

Kommt genug durch? Übetragungsantennen für den derzeit aktuellen 4G-Standard.

Bild: © Martin Berk/pixelio.de

Die Bundesnetzagentur hat zum dritten Mal detaillierte Ergebnisse ihrer Breitbandmessung veröffentlicht. Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download im Festnetzbereich nur 12,8 Prozent der Nutzer die vertraglich vereinbarte maximale Datenübertragungsrate; 71,3 Prozent der Nutzer erhielten zumindest mehr als die Hälfte der versprochenen Leistung. Die Empfänger optimaler Leistung waren zwischen den Bandbreiteklassen sehr ungleich verteilt: zwischen 4,1 bis 24,8 Prozent der Endkunden erhielten die volle Netzleistung.

Der niedrigste Wert wurde weiterhin in der überwiegend von ADSL-Anschlüssen geprägten Bandbreiteklasse von acht bis kleiner als 18 Mbit/s erzielt. Auch zwischen den Anbietern gab es mit Blick auf das Erreichen der vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate Unterschiede. Im Tagesverlauf fiel erneut insbesondere in der Bandbreiteklasse 200 bis knapp unter 500 Mbit/s die Leistung in der abendlichen Peak-Zeit stark ab.

Mobile Daten als Problemfeld

Bei den mobilen Breitbandanschlüssen war das Verhältnis zwischen tatsächlicher und vereinbarter Leistung noch schlechter. Nur 1,5 Prozent der Kunden erhielten volle Leistung beim Download, bei 16,1 Prozent der Nutzer kam wenigstens mehr als die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Übertragungsleistung an. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sanken diese Werte abermals: 18,6 Prozent der Nutzer erhielten im Vorjahr mindestens die Hälfte, 1,6 Prozent die volle Leistung.

Jochen Homann, der Präsident der Behörde, zeigte sich mit den Messergebnissen unzufrieden: "Auch im dritten Jahr unserer Breitbandmessung zeigen sich wenig Veränderungen: Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden erneut oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Obwohl die Ergebnisse bei einzelnen Bandbreiten und zwischen den Anbietern unterschiedlich ausfallen, zeigen sie, dass es nach wie vor Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern gibt."

Maximaler Datenfluss nicht erste Priorität

Im Widerspruch zu diesen Daten steht die Kundenzufriedenheit. Mit "sehr gut", "gut" oder "zufriedenstellend" bewerteten 62 Prozent der Nutzer ihren Breitbandanbieter. Bei mobilen Breitbandanschlüssen war dieser Wert sogar noch besser: "sehr gut", "gut" oder "zufriedenstellend" bewerteten 74,7 Prozent der Endkunden das Angebot. Es geht den Kunden damit offensichtlich eher um die Mobilität und die zur Verfügung stehende Performance als das Erreichen der in Aussicht gestellten geschätzten maximalen Datenübertragungsrate.

Die Ergebnisse der Breitbandmessung hängen davon ab, welchen Tarif der Nutzer mit dem Anbieter vereinbart hat. Insofern können auf dieser Grundlage keine Aussagen zur Versorgungssituation oder Verfügbarkeit von breitbandigen Internetzugangsdiensten getroffen werden. Der Bericht umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018. Für stationäre Breitbandanschlüsse wurden 900.579 und für mobile Breitbandanschlüsse 384.999 valide Messungen berücksichtigt. (sig)

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