Bei seinem Weg aus der Kupfergesellschaft macht Deutschland Fortschritte.

Bei seinem Weg aus der Kupfergesellschaft macht Deutschland Fortschritte.

Bild: © Animaflora PicStock/AdobeStock

Deutschland schreitet beim schnellen Internetausbau voran, obwohl die regionalen Unterschiede noch sehr stark sind. Das geht aus einer Erhebung einer Beratungsfirma im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums hervor. Die Auswertung lag der dpa vor.

Insgesamt hatten demnach Mitte des Jahres 55,9 Prozent der Haushalte in Deutschland sehr schnelles Festnetz-Internet. In Hamburg lag der Anteil bei 95,8 Prozent, in Bremen bei 95,5 Prozent und in Berlin bei 92,1 Prozent – in Brandenburg dagegen bei nur 22,1 Prozent, in Sachsen-Anhalt bei 12,0 Prozent. 74,6 Prozent der Haushalte in Städten hatten ein Gigabit-Netz – aber nur 16,7 Prozent in ländlichen Gegenden.

Noch belegt Deutschland hintere Plätze

Bundesminister Andreas Scheuer (CSU), der auch für digitale Infrastruktur zuständig ist, betonte die Fortschritte. Der Breitbandausbau habe Fahrt aufgenommen. "Mitte 2020 hatten mehr als 23 Millionen Haushalte Zugang zu Gigabit-Internet. Das ist ein Plus von neun Millionen Haushalten in nur einem Jahr", so Scheuer. Damit der Ausbau auch weiterhin schnell vorankomme, seien die Verfahren vereinfacht worden, neue Verlegemethoden seien möglich und es würden mehr als 11 Mrd. Euro investiert.

Aber Srini Gopalan, der neue Telekom-Vorstand Deutschland, macht deutlich, dass Deutschland bei Glasfaserausbau im internationalen Vergleich bislang nur hintere Plätze belegt. Der aus Indien stammende Manager machte dafür unter anderen die höheren Kosten verantwortlich. "Der Glasfaserausbau ist in Deutschland zwei bis zehn Mal teurer als in anderen Ländern." Das liege zum einen an aufwendigen Genehmigungsverfahren. Außerdem dürfe man moderne Verlegeverfahren nicht im gewünschten Umfang einsetzen, die größere Tiefbaumaßnahmen überflüssig machen. Wichtig sei, beim Glasfaserausbau mit lokalen Partnern wie den Stadtwerken zu kooperieren. (dpa/gun)

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