Das Fazit des Breko zur Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode fällt zufriedenstellend aus, aber es gibt auch Kritikpunkte.

Das Fazit des Breko zur Halbzeit der aktuellen Legislaturperiode fällt zufriedenstellend aus, aber es gibt auch Kritikpunkte.

Bild: © Shutter81/AdobeStock

Zusammen mit dem Energie- und Telekommunikationskonzern EWE hat die One Fiber Interconnect Germany aus dem Saarland der Deutschen Bahn ein Angebot vorgelegt, das gesamte deutsche Schienennetz in nur fünf Jahren mit Glasfaser zu versorgen – und die Leitungen anschließend an Dritte zu vermieten. Das schreibt das "Handelsblatt". Die Investitionen über 1,8 Milliarden Euro – und damit die Hälfte der steuerfinanzierten Variante der Bahn – sollen über ein Bankenkonsortium finanziert werden.

Wie es funktioniert

Nicht nur soll damit die Breitbandversorgung aller Bahnhöfe ermöglicht werden, sondern auch ein Großteil der Bevölkerung per Mobilfunkmasten Zugang zu schnellem Internet haben. So wolle One Fiber Interconnect Germany in bestehenden Kabelschächten der Bahn entlang der Schienen auf gut 28.000 Kilometern ein "Hochsicherheits-Glasfaser-Zubringernetz" verlegen.

Dazu habe One Fiber laut dem Blatt zwei Patente angemeldet: für das Grundsystem sowie für den Anschluss der Orte. Diese sollen mit Hilfe von Zugangspunkten ans Netz angeschlossen werden. Für beide Aufgaben seien insgesamt 140.000 Kilometer Glasfaser nötig. Je nach Dorfgröße sollen noch ein bis drei Funkmasten aufgestellt werden.

Auch zur Notfallkommunikation geeignet

Nach Informationen des Blatts sei es auch möglich, das das Netz im Krisenfall oder nach schweren Cyberattacken vom World Wide Web abzuklemmen, weil es sich um ein homogenes Netz ohne Übergangspunkte zu anderen Glasfasernetzen handle.

Einer der drei Gründer von One Fiber Interconnect Germany sowie ehemaliger DB-Güterverkehrschef Klaus Kremper versprach ein Höchstmaß an Cybersicherheit. Laut dem Medienbericht werde das Konzept von Politikern und Beamten begrüßt.

Skepsis bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn hingegen äußert sich zurückhaltender. Man habe das Angebot erhalten. "Detaillierte Planungen, auf deren Basis die technische Umsetzung oder auch die wirtschaftliche Realisierbarkeit des Projekts geprüft werden können, sind dort allerdings nicht enthalten", wird eine Bahn-Sprecherin zitiert.

Die mögliche Rolle von EWE

Auch EWE gab sich bedeckt und erklärte, dass man sich zu der Kooperation und Beteiligung nicht äußern werde. Im Handelsblatt erklärten die Oldenburger lediglich, dass man "Maßnahmen, die dem Glasfaserausbau bis zum Haus förderlich sind" begrüße. Es sei "durchaus interessant und spannend", was One Fiber mache.

Nach Informationen des Blatts soll EWE den Vertrieb organisieren und als Mittler zwischen Bahn und Markt auftreten. Lehne die Deutsche Bahn ab, geht die Entscheidung an die Bundesnetzagentur. So sieht es das Telekommunikationsgesetz vor. Es regelt, dass Infrastrukturanbieter wie Kommunen, Energieversorger oder die Bahn ihre Infrastruktur zur Verfügung stellen müssen, wenn jemand Glasfaser verlegen möchte. (sg)

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