Die ersteigerten Frequenzen können nach der Zuteilung bundesweit für 5G genutzt werden. Die Deutsche Telekom hat diese schon erhalten.

Die ersteigerten Frequenzen können nach der Zuteilung bundesweit für 5G genutzt werden. Die Deutsche Telekom hat diese schon erhalten.

Bild: © beebright/AdobeStock

Die Bundesnetzagentur hat auf Antrag der Telekom Deutschland dem Bonner Konzern die ersteigerten Frequenzen im Bereich bei 3,6 GHz zugeteilt. Die Frequenzen der anderen erfolgreichen Bieter können auf Antrag ebenfalls zugeteilt werden, erklärte die BNetzA. Zuteilungsanträge der Drillisch Netz und der Vodafone liegen laut der Behörde vor und sollen in Kürze beschieden werden.

"Die ersteigerten Frequenzen können nach der Zuteilung bundesweit für 5G genutzt werden. Die schnelle Breitbandversorgung liegt damit in den Händen der Unternehmen. Die Netzbetreiber können ihre Netzplanung konkretisieren und ihre Netze zügig ausbauen", erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die Zuteilungen erfolgen technologieneutral, erklärte die BNetzA auf Anfrage der ZfK. Das bedeute, dass die Behörde keine Vorgaben zum einzusetzenden Mobilfunkstandard – etwa 3G, 4G oder 5G – macht. Die Unternehmen können demnach auch bereits zugeteilte Spektren aus früheren Auktionen für 5G nutzen.

Hintergrund: Zuordnung und Zuteilung

Nach Angaben der BNetzA hatten die vier Bieter nach der Auktion Gelegenheit, sich über die Lage der zunächst abstrakt ersteigerten Frequenzblöcke in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz  zu verständigen. Weil es zu keiner vollständigen Einigung kam, hatte die Behörde am 2. August über die Zuordnung entschieden. Lediglich im 3,6-GHz-Bereich wurden der oberste und der unterste Block in konkreter Bandlage versteigert.

Auf Antrag der Unternehmen können die Frequenzen nun jeweils zugeteilt und damit für die jeweiligen Geschäftsmodelle genutzt werden. Zur Zuteilung gehört auch die Verpflichtung der Unternehmen, die Versorgungsauflagen umzusetzen. Demnach müssen sie unter anderem bis Ende 2022 jeweils 98 Prozent der Haushalte je Bundesland sowie alle Bundesautobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen und Schienenwege mit mindestens 100 Mbit/s versorgen. Bis Ende 2024 sollen alle übrigen Bundesstraßen mit mindestens 100 Mbit/s, alle Landes- und Staatsstraßen, die Seehäfen und wichtigsten Wasserstraßen sowie alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 Mbit/s versorgt werden.

Vodafone startet Ausbau

Mobilfunkanbieter Vodafone hat in Leuna offiziell den Ausbau seines Netzes für die nächste Mobilfunk-Generation 5G gestartet. Damit gehört der Saalepark im Leunaer Ortsteil Günthersdorf, Angaben des Unternehmens zufolge, zu 50 Pionier-Standorten in Deutschland. Bei der Auswahl der bundesweit ersten Standorte setzt das Unternehmen laut eigener Angaben auf einen Mix aus Stationen in Städten und Ballungsräumen sowie in ländlichen Gebieten. Mit Harbke im Landkreis Börde soll ein zweiter Standort in Sachsen-Anhalt folgen.

Insgesamt betreibe Vodafone in Sachsen-Anhalt 773 Mobilfunkstationen. Ein Großteil davon soll in den nächsten Jahren Zug um Zug mit 5G-Technik ausgestattet werden. Beim Aufbau des 5G-Netzes werde weitgehend die bereits vorhandene Mobilfunk-Infrastruktur genutzt.

96,2 Prozent können in Sachsen-Anhalt LTE empfangen

"Mittelfristiges Ziel ist es, möglichst die gesamte Bevölkerung des Bundeslandes an das 5G-Netz anzubinden", sagte Unternehmenssprecher Volker Petendorf. Perspektivisch solle das 5G-Netz möglichst flächendeckend alle besiedelten Gebiete in Sachsen-Anhalt erreichen. Dies sei bei der mobilen Breitbandtechnologie LTE, dem sogenannten 4G-Standard, bereits heute nahezu der Fall. "Wir haben aktuell 96,2 Prozent der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt an das LTE-Netz angeschlossen und bauen LTE weiter aus", sagte Petendorf. (sg/dpa)

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