Bisher können viele Prozesse im Breitbandausbau vom "Schreibtisch aus" geplant werden. Aber die Position der Netzverteilerkästen, die die einzelnen Glasfaserleitungen von der Haupttrasse an die Haushalte verteilen, musste vor Ort geprüft und ausgemessen werden.
Die Software "Fibre3D" des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) ermöglicht den Planern zukünftig, in eine 3D-Welt einzutauchen, die Kästen virtuell zu positionieren und so vom Schreibtisch aus den geeignetsten Standort zu finden, teilt das Wissenschaftsinstitut mit. Dadurch werde Zeit und Geld eingespart.
Telekom-Erfahrungen mit der Software
Messfunktionen und maßstabsgetreue Projektionen würden auch bei technisch anspruchsvollen Lokationen eine zügige Prüfung ermöglichen. Ist die digitale Planung abgeschlossen, könnten direkt aus dem Tool heraus anschauliche Fotomontagen für die Antragsunterlagen zur Standortsicherung generiert werden. Dieser realistische Eindruck erleichtere auch dem Wegeunterhaltspflichtigen den Genehmigungsprozess, so das IGD weiter.
Eine erste Version von Fibre3D kam nun bei einem Praxistest der Telekom in vier Planungseinheiten zum Einsatz. "In einem Fall konnte ein Kollege an einem einzigen Tag 27 Standorte vorbereiten und direkt zur Genehmigung zur Kommune senden – und das alles digital", gibt Marius Kraus, Product Owner Fibre3D, Deutsche Telekom Technik GmbH, ein erstes Feedback.
Anpassungen werden nun vorgenommen
Mit einzelnen Vor-Ort-Terminen, Fotoaufnahmen und der Antragstellung im Nachgang wäre das nicht zu schaffen gewesen. "Im klassischen Prozess verbringen unsere Mitarbeiter viel Zeit auf der Straße. Auch eine Nachbearbeitung der Standorte, wenn eine Kommune Änderungswünsche hat, geht nun viel schneller", so Kraus weiter. Derzeit arbeiten die Entwickler am Fraunhofer IGD an der Visualisierung der Tiefbautrassen und nehmen Anpassungen nach den Rückmeldungen der ersten Praxistests vor. (gun)



