Der Telekommunikationsanbieter verspricht einen Breitband-Sportwagen, liefert aber eher eine Seifenkiste mit Einzel-Bit-Begrüßung? Wer dieses Problem kennt, hat die Bundesnetzagentur an seiner Seite. Einen Test zur tatsächlichen Bandbreite des Internet-Zugangs stellt die Behörde schon länger zu Verfügung, bislang allerdings nur als Browser-Version. Nun gibt es eine installierbare Version – das hat Vorteile bei der Protokollierung.
Dabei kann man der Behörde nicht vorwerfen, sich blindlings auf die Seite der Kunden zu stellen. Die App sei „ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Interessen der Verbraucher und der TK-Branche“, teilt die Bundesnetzagentur mit.
Ein wenig Aufwand ist schon nötig
Eine schnelle Messung und dann den TK-Anbieter zu verklagen, funktioniert jedenfalls nicht. Ausführlich muss der Nutzer kontrollieren, ob es nicht doch externe Einflüsse sind – etwa die Benutzung von WLAN oder Powerline, die eine Messung beeinflussen. Die Messungen sollen manuell gestartet werden, weil bei automatischen Messungen die Gefahr von parallelem Datenverkehr - beispielsweise Streaming oder Updates - größer ist. Außerdem muss der Nutzer Daten zu seinem Vertrag präsent haben.
Gibt es Streit zwischen Kunden und TK-Anbieter über die Datenrate, sollen die Nutzer mit der installierbaren Version mindestens 20 Messungen an zwei unterschiedlichen Tagen vornehmen. Die installierte Version protokolliert die Messungen.
Die Bundesnetzagentur hält eine Leistung nicht für vertragskonform, wenn nicht an mindestens
- zwei Messtagen jeweils mindestens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit erreicht werden,
- die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erreicht wird
- oder die vertraglich vereinbarte Mindestgeschwindigkeit an mindestens zwei Messtagen jeweils unterschritten wird.
Die App ist für die Betriebssysteme Windows ab Version 7, Mac OS X ab 10.9 und Linux (ab Ubuntu 12.04/Debian 8) erhältlich. (wa)



