"Wir brauchen die großen Netzbetreiber!" Diesen Appell an manche Betreiber kritischer Infrastrukturen, beim künftigen „Nationalen Cyber-Abwehrzentrum“ mitzuarbeiten, hat der Stabschef des Bundeswehr-Kommandos Cyber- und Informationsraum (CIR), Michael Vetter, am Dienstag an die Zuhörer des VKU-Stadtwerkekongresses gerichtet.
Die Bundeswehr beziehungsweise ihr CIR ist, so der Generalmajor der Luftwaffe in Köln, eine der drei institutionellen Säulen der Cybersicherheits-Strategie des Bundes von 2016. Die zwei anderen sind demnach das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das dem Innenministerium zugeordnet ist, und das Auswärtige Amt.
"Dann hätten wir alle an einem Tisch"
Derzeit unterhält lediglich das BSI ein Cyberabwehrzentrum, es soll aber eine übergreifender nationale Institution aufgebaut werden, so Vetter. In ihm wären nicht nur die Behörden BKA, BSI, Verfassungsschutz und Zollkriminalamt vertreten, nicht nur die 16 Länder, sondern auch – auf freiwilliger Basis – betroffene Unternehmen und IT-Sicherheitsfirmen wie etwa Telekom und Vodafone sowie Kaspersky und Symantec.
Vetter wünscht sich nun, dass unter den Unternehmen auch größere Netzbetreiber dabei sein werden. Er verspricht sich von einer großen Abdeckung der Stakeholder, dass sich Schnittstellenprobleme zwischen den verschiedenen Einrichtungen leichter lösen lassen: "Dann hätten wir alle an einem Tisch und würden sie dazu zwingen, miteinander zu reden", sagte Vetter. Er beantwortete damit eine gechattete Frage aus dem Publikum. Cybersicherheit, so der Generalmajor, sei seit der Strategie von 2016 als gesamtstaatliche Aufgabe definiert.
Potenzielle Angreifer können auch Banden sein
Wann Netzbetreiber groß genug sind, um im künftigen „Nationalen Cyber-Abwehrzentrum“ mitzutun, definierte Vetter nicht. "Stadtwerke sind für uns nicht die erste Zielgruppe", räumte der Stabsoffizier mit Bezug auf das CIR ein, das sich. Er fügte den Scherz hinzu, "wobei das Wort ,Zielgruppe' aus dem Mund eines Soldaten missverständlich sein könnte".
Die Bedrohung für die IT sei heutzutage besonders herausfordernd, weil die potenziellen Angreifer nicht nur feindliche Staaten seien, sondern auch Terroristen, Organisierte Kriminalität oder Computeraktivisten. (geo)
