Dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) liegen zahlreiche Meldungen vor, nach denen Citrix-Systeme erfolgreich angegriffen werden. Die Behörde ruft Anwender daher erneut dringend auf, die vom Hersteller Citrix bereitgestellten Workaround-Maßnahmen umgehend auszuführen und nicht auf die Sicherheitsupdates zu warten.
Anwender, die die Workaround-Maßnahmen bislang nicht umgesetzt haben, sollten zudem ihre direkt mit dem Internet verbundenen Citrix-Systeme auf eine wahrscheinliche Kompromittierung prüfen. Angaben des Herstellers zufolge sollen Sicherheitsupdates je nach Versionszweig der betroffenen Produkte erst Ende Januar 2020 verfügbar sein. Diese sollten dann schnellstmöglich eingespielt werden.
Folgen eines erfolgreichen Angriffs
Der US-Software-Hersteller Citrix hat am 17. Dezember über eine Schwachstelle (CVE-2019-19781) in den Produkten Citrix Gateway und Citrix Application Delivery Controller (ADC) und am 16. Januar 2020 auch in der Citrix SD-WAN WANOP Appliance informiert. Die Produkte kommen für den Fernzugriff auf organisationsinterne Anwendungen mit einem Web-Frontend bzw. zur Standortkopplung zum Einsatz.
Die Schwachstelle ermöglicht es einem Angreifer, mithilfe von präparierten HTTP-/HTTPS-Anfragen aus den öffentlich zugänglichen Verzeichnissen der Webanwendung auszubrechen und auf interne Verzeichnisse zuzugreifen. Dies kann in der Folge dazu führen, dass der Angreifer Konfigurationsdateien ausliest, Dateien ablegt oder manipuliert oder eigenen Code ausführt.
BSI mahnt zu schnellem Handeln
"In den vergangenen Tagen haben wir knapp 5000 aus dem Internet erreichbare, verwundbare Citrix-Systeme an deutsche Netzbetreiber gemeldet. Derzeit sind davon immer noch rund 1500 für Angreifer verwundbar. Leider reagieren die betroffenen Unternehmen oft nur langsam, Workarounds und Patches werden häufig nicht schnell genug umgesetzt. Wenn wir allein an WannaCry denken, so entstanden hier Schäden in Milliardenhöhe. Ich kann nur mit Nachdruck an die Wirtschaft appellieren, solche Warnungen nicht auf die lange Bank zu schieben. Wer Digitales nutzt, um Wert zu schaffen, muss seine Informationssicherheit hochhalten", erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.
Um die Wirksamkeit des Workarounds sicherzustellen, sollte zumindest in dem Citrix ADC Release 12.1 eine Build-Version mindestens ab 51.16/51.19 und 50.31 zum Einsatz kommen, da der Workaround ansonsten nicht greift, so die Sicherheitsbehörde. (sg)

